Washington – Der prominente republikanische Senator Ted Cruz hat mit einem Urlaubstrip während der heftigen Winterwetter-Krise in seinem Heimatbundesstaat Texas heftige Kritik auf sich gezogen. Cruz sei am Mittwoch mit seiner Familie zu einer Urlaubsreise nach Cancún in Mexiko aufgebrochen, das berichteten mehrere US-Medien, darunter der Sender Fox News und die "New York Times", am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte "informierte" Personen.

Cruz erklärte nach seiner Rückkehr, die Reise sei ein Fehler gewesen. "Es war offensichtlich ein Fehler, und im Nachhinein hätte ich es nicht getan", sagte der 50-jährige Republikaner am Donnerstag (Ortszeit) nach seiner Rückkehr nach Texas. "Ich kann verstehen, warum die Menschen verärgert sind", ergänzte er vor Reportern.

Ted Cruz beim Einchecken für seinen Rückflug in Cancún.
Foto: AP/Rojas

Die "New York Times" zitierte auch die Polizei am Flughafen von Houston, die nach eigenen Angaben von Cruz' Büro um "Unterstützung" am Airport gebeten wurde. In sozialen Medien kursierten Bilder von Cruz am Flughafen und an Bord eines Flugzeugs – ohne dass zweifelsfrei daraus hervorging, wann diese aufgenommen wurden.

Rücktrittsforderungen

Die Fotos verbreiteten sich jedoch schnell und lösten im Internet große Empörung aus. Cruz wurde vorgeworfen, die Menschen und Wähler in seinem Heimatbundesstaat inmitten großer Not alleine zu lassen, um sich selbst in der Sonne zu amüsieren. Die Demokraten in Texas riefen Cruz per Tweet zum Rücktritt auf.

Demokratische Politiker hat Cruz in der Vergangenheit regelmäßig scharf kritisiert, wenn sie trotz Corona auf Urlaub fuhren.

Der Republikaner reagierte erst nach einigen Stunden Funkstille auf die Kritik. US-Medien zitierten aus einer Stellungnahme, in der Cruz seinen Trip als väterliche Pflicht rechtfertigte. Da der Schulunterricht gestrichen sei, hätten seine Töchter einen Trip mit Freunden machen wollen. In seinem Bemühen, "ein guter Vater" zu sein, sei er am Mittwoch mit ihnen weggeflogen, um noch am nächsten Tag nach Texas zurückkehren. Seine Mitarbeiter und er seien in ständigem Kontakt mit den Behörden, um über die Lage in Texas informiert zu sein. Zum Ziel seines Trips äußerte sich Cruz nicht.

Haushalte ohne Strom

Texas hat seit mehreren Tagen mit einem heftigen Wintereinbruch zu kämpfen. Zeitweise waren Millionen Haushalte in dem Bundesstaat ohne Strom. Cruz war Präsidentschaftsbewerber seiner Partei für die Wahl 2016. Später tat er sich als loyaler Verbündeter des inzwischen abgewählten republikanischen Präsidenten Donald Trump hervor. Ihm werden Ambitionen auf eine neuerliche Kandidatur nachgesagt. (red, APA, 19.2.2021)