Adi Hütter und seine Frankfurter sind heiß auf die Bayern.

Foto: Reuters/Pfaffenbach

Frankfurt am Main – Wie man den FC Bayern München besiegen kann, hat Eintracht Frankfurt mehr als einmal gezeigt. Die Chance, es am Samstag (15.30 Uhr, live Sky) wieder zu schaffen, ist mit der derzeit steil ansteigenden Formkurve der Eintracht groß wie selten zuvor. Zehn Ligaspiele ist die Elf von Trainer Adi Hütter bereits ungeschlagen, acht Siege gab es in dieser Phase. Als Dritter der deutschen Fußball-Bundesliga liegen die Frankfurter zehn Zähler hinter dem Titelverteidiger aus München.

Eintracht-Trainer Adi Hütter wusste: "Man braucht einen Sahnetag, Bayern einen nicht so perfekten. Dann haben wir die Chance, zu gewinnen." Ebenbürtig sehe er sich mit den Bayern nicht, stellte der Vorarlberger klar. "Man kann nicht sagen, wir sind mit den Münchnern auf Augenhöhe, dafür sind sie zu weit weg." Das Heimspiel der vergangenen Saison gewannen die Frankfurter mit 5:1, im DFB-Pokalfinale siegten sie 2018 mit 3:1. Martin Hinteregger erzielte in sieben Spielen gegen den Rekordmeister drei Treffer – alle in der vergangenen Saison.

Allerdings müssen die Frankfurter um Angreifer Andre Silva bangen, der mit 18 Treffern hinter Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (25) auf Platz zwei der Torjägerliste steht. Hütter hat immerhin den von Real Madrid ausgeliehenen Luca Jovic in der Hinterhand. Der Coach rückte durch die Erfolge der Eintracht zuletzt selbst in den Mittelpunkt. Borussia Mönchengladbach soll auf der Suche nach einem Nachfolger für Marco Rose auch Hütter im Blickfeld haben. Der 51-Jährige wies am Donnerstag darauf hin, dass er im vergangenen Jahr auch als Nachfolger von Lucien Favre bei Dortmund gehandelt wurde. "Und ich bin immer noch hier."

Bayerns Probleme

Bei den Bayern taten sich zuletzt Probleme abseits des Spielfelds auf. Verteidiger Benjamin Pavard war der nächste Spieler, bei dem ein Corona-Test positiv ausfiel. Der Franzose ist in kurzer Zeit der vierte Corona-Fall im Kader nach Javi Martinez, Leon Goretzka und Thomas Müller. "Ich bin kein Mensch, der jammert", sagte Trainer Hansi Flick schon nach dem 3:3 gegen Bielefeld zur angespannten Personallage. Vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom wollen die Bayern in der Liga den Polster von fünf Zählern auf den ersten Verfolger RB Leipzig zumindest wahren. Die Leipziger sind am Sonntag bei Hertha BSC im Einsatz.

Angespannt ist die Lage in Mönchengladbach. Nach dem verkündeten Wechsel von Rose per Saisonende nach Dortmund fordern Fans die sofortige Trennung vom Chefcoach. Sportchef Max Eberl lehnt dies vehement ab. Berichte über einen Streit der Spieler in der Kabine mit Rose bezeichnete Eberl als Lüge. Ein Ausrutscher gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Mainzer käme in der aktuellen Situation des Tabellensiebenten denkbar ungünstig.

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen das Duell der Erzrivalen Schalke 04 und Borussia Dortmund ein Spitzenspiel war. Dennoch stehen beide Teams unter Druck: Schalke helfen als Schlusslicht im Abstiegskampf nur Siege weiter. Doch auch der BVB darf sich in Gelsenkirchen am Samstag (18.30 Uhr) nach dem Sturz auf Rang sechs keine weiteren Rückschlägen erlauben. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sagte: "Wir wollen und müssen das Derby gewinnen." (APA, 19.2.2021)