Netanyahu spricht von einer der schmerzhaftesten Affären Israels.

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Tel Aviv – Im Skandal um verschwundene Kinder jemenitischer Einwanderer hat die israelische Regierung ihr Bedauern ausgedrückt und Entschädigungszahlungen angekündigt. An betroffene Familien sollen insgesamt 162 Millionen Schekel (40,81 Mio. Euro) ausgezahlt werden.

Der Skandal beschäftigt Israel seit Jahrzehnten: In den 1950er Jahren waren rund 50.000 Juden aus dem Jemen in den jungen Staat Israel eingewandert. Viele kamen in provisorische Aufnahmelager. In der Zeit verschwanden zahlreiche Babys und Kleinkinder unter ungeklärten Umständen – viele jemenitische Juden warfen den israelischen Behörden vor, sie gezielt an kinderlose Juden aus Europa weitergegeben zu haben. Viele Schicksale konnten nie eindeutig geklärt werden.

Archive geöffnet

Ende 2016 hatte die Regierung die Öffnung von Archiven veranlasst und bisher geheime Dokumente zugänglich gemacht. Es handle sich um eine der schmerzhaftesten Affären in der Geschichte des Landes, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu laut einer Mitteilung seines Büros. Die Entschädigungen könnten nur etwas Linderung bringen, erlittene Qualen würden sie nicht wiedergutmachen. (APA, 22.2.2021)