Das ausgefallene Triebwerk von Pratt & Whitney wird weiter nach Fehlern untersucht.

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Chicago – Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hat offenbar Materialermüdung in den Lüfterflügeln zu dem Triebwerksschaden bei der Boeing 777 von United Airlines geführt, der am Samstag für Aufsehen sorgte. Die US-Flugbehörde FAA hat nun die Inspektion aller 777-200-Flugzeuge mit Pratt & Whitney-Triebwerken angeordnet. Auch Boeing selbst rief Airlines auf, insgesamt 128 Flugzeuge am Boden zu lassen.

Die Betreiber müssen nun eine Wärmebildinspektion der großen Titan-Schaufeln an der Vorderseite des Triebwerks durchführen. Ermüdungsbrüche in Triebwerken des Herstellers Pratt & Whitney waren bereits mit Unfällen in 2018 in den USA und 2020 in Japan in Verbindung gebracht worden.

Triebwerk wird untersucht

"Es ist wichtig, dass wir die Fakten, Umstände und Bedingungen rund um dieses spezielle Ereignis wirklich verstehen, bevor wir es mit anderen Ereignissen vergleichen können", erklärte der Vorsitzende des National Transportation Safety Board (NTBS), Robert Sumwal. Das United-Triebwerk wird am Dienstag unter Aufsicht von NTSB Ermittlern in einem Labor von Pratt & Whitney untersucht.

Das Triebwerk war am Samstag bei einer Boeing 777 kurz nach dem Start vom Flughafen Denver ausgefallen und hatte Feuer gefangen. Flugzeugteile stürzten in eine Wohnsiedlung. Die Maschine landete mit 241 Menschen an Bord dennoch sicher. Es gab keine Berichte über Verletzte – weder an Bord noch auf dem Boden. Japan und Großbritannien erließen daraufhin ein Flugverbot für Maschinen mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken, und die US-Luftfahrtbehörde FAA kündigte eine entsprechende Notfallrichtlinie an. (APA, red, 23.2.2021)