Die Arbeitsbedingungen für ausländische Journalisten in China haben sich laut einer Umfrage weiter verschlechtert.

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Peking – China geht laut einer Umfrage immer schärfer gegen die Arbeit ausländischer Journalisten vor. In einer jährlichen Befragung, deren Ergebnisse der Auslandskorrespondentenclub (FCCC) am Montag in Peking vorlegte, habe das dritte Jahr in Folge kein einziger China-Korrespondent angegeben, dass sich seine Arbeitsbedingungen verbessert hätten.

Im Gegenteil hätten die chinesischen Behörden ihre Bemühungen, die Arbeit ausländischer Reporter zu vereiteln, "dramatisch verstärkt". Alle zur Verfügung stehenden Mittel seien genutzt worden, um Journalisten einzuschüchtern und zu belästigen. So seien auch Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie als Vorwand genutzt worden, um die Arbeit von Journalisten weiter einzuschränken oder ihnen die Einreise gleich ganz zu verwehren.

Druck der Behörden

Besonders Journalisten aus Staaten mit angespannten Beziehungen zu China bekamen den Druck der Behörden zu spüren. In der größten Ausweisungswelle seit dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens 1989 hätten so mindestens 18 Journalisten von drei US-Medien in der ersten Jahreshälfte 2020 das Land verlassen müssen. Zudem reisten zwei australische Korrespondenten aus, nachdem sie ins Visier der chinesischen Sicherheitsbehörden geraten waren.

Man sei "sehr enttäuscht darüber", dass sich die Medienfreiheiten in China 2020 erneut erheblich verschlechtert habe, teilte der FCCC mit. Auch mit Blick auf die bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Peking forderte der Verband die chinesische Regierung dazu auf, ausländische Journalisten ohne Einschränkungen ihre Arbeit machen zu lassen. (APA/dpa, 1.3.2021)