Die Hauptsstadt Sanaa gilt als Unesco-Welterbe.

Foto: REUTERS/YAHYA ARHAB

Sanaa – Bei einem Brand in einer Haftanstalt für Migranten im Jemen sind am Sonntag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und 170 verletzt worden, dutzende davon schwer. "Die Gesamtzahl der Todesopfer ist Berichten zufolge viel höher", teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) auf Twitter mit. Mehr als 90 Menschen seien schwer verletzt.

Die Ursache des Brandes in der Einrichtung in der Hauptstadt Sanaa, in der Migranten festgehalten wurden, blieb zunächst unklar. Im Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. In einem ausgebrannten Raum liegen dabei mehrere verkohlte Leichname.

Im Jemen herrscht seit sechs Jahren Krieg. Dennoch brechen jedes Jahr zehntausende Afrikaner in den Jemen auf, unter anderem um von dort auf der Suche nach Arbeit in Richtung der reichen Golfstaaten zu reisen. Allein im Jänner zählte die IOM die Ankunft von 2.500 Migranten aus Äthiopien und Somalia.

Stellvertreterkrieg

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis zugunsten seiner Verbündeter – der international anerkannten Regierung von Abd Rabbo Mansur Hadi – gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Erstmals seit Monaten hat die saudische Militärkoalition am vergangenen Wochenende wieder Luftangriffe auf die von den Huthis kontrollierte Hauptstadt Sanaa geflogen. Ein Korrespondent und ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten am Sonntag von heftigen Explosionen, die gigantische Rauchwolken nach sich zogen. Die Rebellen meldeten sieben Angriffe.

Auch in der ölreichen Provinz Marib im Nordjemen tobten am Wochenende schwere Gefechte, gleichzeitig starteten die Rebellen eine Angriffswelle mit Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien. Eine Drohne habe vom Meer kommend die Saudi-Aramco-Ölanlagen in Ras Tanura attackieren wollen, erklärte das saudische Energieministerium. (APA, red, 8.3.2021)