Die Regierung von US-Präsident Biden will auch von Donald Trump verhängte Sanktionen gegen Venezuela prüfen.

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Caracas/Washington – Die US-Regierung will Venezolanern, die in die USA geflüchtet sind, temporäre Aufenthaltstitel gewähren. Aufgrund der "außergewöhnlichen" Bedingungen in Venezuela sei es aktuell nicht sicher, in das Land zurückzukehren, erklärte eine Regierungsbeamtin am Montag. Venezuela sei nicht in der Lage, seine Bürger zu schützen, erklärte Heimatschutzminister Alejandro Mayorka.

Schutzstatus bis Stichtag Montag

Antragsteller müssen aber nachweisen können, dass sie bis zu diesem Montag in die USA gekommen sind. Wer zum Stichtag noch nicht im Land war, kann den Schutzstatus nicht beantragen. Die Regierung schätzt die Zahl der potenziellen Antragsteller auf 320.000. Mit dem "Temporary Protected Status" können die Personen auch eine Arbeitserlaubnis bekommen. Der Aufenthaltstitel soll zunächst für 18 Monate gelten.

Ein Beamter machte deutlich, dass die Regierung von Präsident Joe Biden unter Vorgänger Donald Trump verhängte Sanktionen gegen Venezuela überprüfen will. Dabei setze man auf eine Zusammenarbeit mit der EU und Ländern in Lateinamerika und der Karibik, um den Druck auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro zu erhöhen. Zugleich betonte er, dass die USA keine Eile hätten, Sanktionen aufzuheben.

Seit zwei Jahren schwere Krise

Seit Anfang 2019 tobt in dem einst reichen Land ein Machtkampf zwischen der Regierung von Maduro und dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Dieser wird von den USA sowie vielen lateinamerikanischen und europäischen Ländern unterstützt. Maduro kann auf China, Russland, Kuba, Bolivien und Nicaragua zählen.

Das Land leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise, Millionen haben ihre Heimat verlassen. Aus Mangel an Devisen und wegen der US-Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. (APA, 9.3.2021)