Piers Morgan mit Donald Trump in New York, November 2010.

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London – Die Debatte über Rassismusvorwürfe von Meghan Markle (39) und Harry Windsor (36) erregt in Großbritannien weiterhin die Gemüter. Nach Beschwerden über seine Kritik an Meghan gab der britische Journalist Piers Morgan seinen Job als Moderator der Sendung "Good Morning Britain" auf, teilt der Sender ITV mit.

Morgan ist einer der profiliertesten TV-Journalisten des Landes und ist für seine beißende Kritik an Politikern und Prominenten bekannt. Als Nachfolger des legendären Talkmoderators Larry King auf CNN eher glücklos, sorgte er in jüngster Vergangenheit auch mit Sympathien für Ex-US-Präsident Donald Trump für Aufsehen. Mehrfach hatte er sich auch an Meghan abgearbeitet. Deren Vater Thomas Markle war ein häufiger Interview-Gast in "Good Morning Britain".

Über 40.000 Beschwerden

Nun hat Morgan den Bogen offenbar überspannt. Nachdem er am Montag in seiner Sendung Zweifel an dem Bericht Meghans über ihre Suizid-Gedanken während ihrer Zeit am Palast geäußert hatte, kündigte die Medienaufsicht eine Untersuchung an. Sie hatte mehr als 40.000 Beschwerden von Zuschauern erhalten.

Morgan lieferte sich noch am Dienstag ein heftiges Wortgefecht mit einem Kollegen, der ihm vorwarf, Meghan aus persönlicher Eitelkeit anzugreifen. Der Moderator stürmte daraufhin aus dem Fernsehstudio. Spekuliert wird nun, ob er zu dem neuen Nachrichtensender GB News wechseln wird, der in Kürze seinen Betrieb aufnehmen soll.

Dessen Vorsitzender, Journalismus-Veteran Andrew Neil, hatte angekündigt, mit dem neuen Sender Zuschauer anzusprechen, die sich "außen vor und nicht gehört" fühlen. Befürchtungen, der Sender könne nach dem Vorbild des US-amerikanischen Nachrichtenkanals Fox News konzipiert werden, wurden von GB News jedoch zurückgewiesen. (APA, 9.3.2021)