Alexander Schütz zieht sich aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank zurück.

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Der nahende Auftritt im Ibiza-Untersuchungsausschuss wird Alexander Schütz terminlich leichter fallen, als bisher gedacht. Eine seiner vielen Aufgaben hat der Gründer der Fondsgesellschaft C-Quadrat nämlich gerade zurückgelegt: das Mandat als Aufsichtsrat der Deutschen Bank. In das Kontrollgremium des Geldinstituts war der Wiener 2017 eingezogen – und zwar auf einem chinesischen Ticket. Denn HNA, ein Mischkonzern aus Hainan, erwarb erst C-Quadrat und dann ein größeres Aktienpaket an der Deutschen Bank, bei der man den Vertrauten Schütz nach dem Rechten sehen ließ.

Nun hat der Wiener einen Schlussstrich unter das Kapitel Frankfurt gezogen und räumt seinen Sitz. In einer anderen deutschen Metropole, im deutschen Wirecard-Untersuchungsausschuss in Berlin, waren zuvor irritierende Äußerungen des Vermögensverwalters bekannt geworden. Schütz war im Austausch mit Markus Braun, dem früheren Chef des Zahlungsdienstleisters. Wegen wiederkehrender Berichte der Financial Times über Ungereimtheiten bei Wirecard riet Schütz seinem Landsmann: "Mach diese Zeitung fertig."

Entschuldigung

Seine Entschuldigung konnte die Wogen nicht mehr glätten, selbst die Deutsche Bank distanzierte sich von ihrem Aufsichtsratsmitglied – ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang. Großaktionär Deka sah in Schütz gar ein Reputationsrisiko für die Bank.

Markus Braun erhielt Tipps von Alexander Schütz.
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Langweilig wird dem Abbrecher eines Studiums der Betriebswirtschaftslehre dennoch nicht werden. C-Quadrat hat er von der hochverschuldeten HNA zurückgekauft, zudem investiert er in Unternehmen mit einem erstaunlichen Radius: Probiotikahersteller sind ebenso darunter wie der Wiener Waffenausstatter Joh. Springers Erben.

Gudenus-Einflüsterer

Im Ibiza-Ausschuss soll Schütz Rede und Antwort zu seinen ÖVP-Spenden und Chats mit dem früheren FPÖ-Mann Johann Gudenus stehen. Dem gab er 2018 Tipps, beispielsweise jenen, die Freiheitlichen sollten doch einen zweiten Vorstandsposten in der Staatsholding Öbib (heute: Öbag) fordern. Vergeblich, dort sitzt nach wie vor Thomas Schmid allein, der in seiner früheren Tätigkeit als Kabinettschef im Finanzministerium Vorgesetzter von Eva Schütz war. Die Gattin zieht gerade das Medienprojekt exxpress.at hoch.

Nach Corona darf dann wieder ausgiebig in großer Runde gefeiert werden. Im Privatdomizil Schloss Neuwaldegg, wo die Reichen und Mächtigen gerne untereinander sind. (Andreas Schnauder, 11.3.2021)