Brennende Fabrik in Hlaing Thar Yar

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Barrikade in Yangon

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Feuerlöscher als Nebelwerfer

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Yangon (Rangun)/Naypyidaw – Die Putschistenregierung in Myanmar hat am Sonntag nach neuen Protesten das Kriegsrecht in zwei Stadtteilen der Hauptstadt Yangon verhängt. Bei Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten waren in den beiden Stadtteilen der Wirtschaftsmetropole am Sonntag Dutzende Menschen getötet worden.

China zeigte sich alarmiert darüber, dass es in dem Bezirk zur Plünderung und Zerstörung chinesischer Fabriken gekommen sei. Die chinesische Botschaft rief dazu auf, die Sicherheit dort schnell wiederherzustellen. Die Lage vor Ort sei "sehr ernst".

"Einige chinesische Fabriken wurden geplündert und zerstört, und viele chinesische Mitarbeiter wurden verletzt und eingesperrt", heißt es in einer Mitteilung der Botschaft auf Facebook. Deswegen sei eine Warnung an chinesische Bürger in Myanmar gerichtet worden.

Die Vereinten Nationen verurteilten am Sonntag die jüngste Gewalt gegen Demonstranten scharf und forderten mehr internationale Unterstützung für die Protestierenden. "

Proteste in mehreren Städten

Zehntausende Menschen hatten in Myanmar Augenzeugen zufolge auch am Wochenende gegen den Militärputsch in dem südostasiatischen Land vom Februar protestiert. Mindestens 38 Personen wurden Medien und Teilnehmern zufolge zwischen Freitagabend und Sonntag getötet, als das Militär und die Polizei in verschiedenen Städten gegen die Demonstranten vorgingen. Amnesty International (AI) verurteilte die zunehmenden Repressionsmaßnahmen gegen Journalisten scharf.

In Myanmar hatte sich das Militär am 1. Februar an die Macht geputscht und die bisherige faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet sowie festgesetzt. Seitdem gibt es immer wieder Massenproteste. Polizei und Armee reagieren zunehmend mit Gewalt.

Mehr als 80 Menschen wurden bereits getötet, wie die gemeinnützige Organisation für politische Gefangene, Assistance Association for Political Prisoners (AAPP), schätzte. Mehr 2.100 Menschen wurden ihr zufolge zudem festgenommen.

Polnischer Journalist festgenommen

Auch Journalisten geraten immer öfter ins Visier. Einheimische Reporter müssten sich teilweise vor Verfolgung verstecken und inzwischen würden zunehmend auch ausländische Medienvertreter an ihrer Arbeit gehindert und verfolgt,. Des polnische Journalist Robert Bociaga wurde am Donnerstag in Taunggyi festgenommen. Der 30-Jährige soll dabei auch geschlagen worden sein.

Alleine Tausende Demonstranten kamen einem Augenzeugen zufolge am Sonntag in der Gemeinde Hlaing Thar Yar (Hlaingthaya) im Westen der ehemaligen Hauptstadt Yangon zusammen. Mindestens elf wurden dort getötet, als Sicherheitskräfte die Proteste zerschlagen wollten, wie die Nachrichtenagentur Myanmar Now unter Berufung auf Krankenhausquellen und Rettungsdienste berichtete.

Der Staatssender MRTV berichtete, in der Stadt Bago seien ein Polizist getötet und drei weitere verletzt worden. Demonstranten hätten Steine geworfen und Steinschleudern benutzt. Es werde geprüft, ob sie auch Schusswaffen hatten. Es ist der zweite Tod eines Polizisten, der bislang im Zuge der Proteste gemeldet wurde.

Suu Kyi Stellvertreter ruft zur Revolution auf

Mahn Win Khaing Than, ein Politiker der bisher regierenden Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Suu Kyi, wandte sich am Samstag erstmals als Chef einer neugegründeten Gruppe vom Militär abgesetzter Politiker an die Öffentlichkeit. Auf Facebook schwor er, die "Revolution" weiterzuführen. "Dies ist der dunkelste Moment unserer Nation und der Augenblick, in dem die Morgendämmerung naht", erklärte er unter anderem.

Der Sender BBC berichtete, er und andere NLD-Politiker seien einer Festnahme entkommen und hätten im Untergrund eine Art zivile Gegenregierung gegründet. Mahn Win Khaing Than sei zum kommissarischen Leiter ernannt worden. Die Gruppe versuche nun, auf internationaler Ebene als rechtmäßige Regierung Myanmars anerkannt zu werden. (red, APA, AFP, Reuters, 14.3.2021)