Pep Guardiola hat Marco Rose keine Chance gelassen.

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Budapest/Madrid – Scheinbar mühelos sind Manchester City und Real Madrid am Dienstag ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League marschiert. Das 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach war für City-Coach Pep Guardiola Grund genug, seiner Defensive zu danken, die in acht CL-Partien in dieser Saison nur ein Gegentor kassiert hat. "Das ist ziemlich beeindruckend", merkte Guardiola an. Einzig im ersten Gruppenspiel gegen Porto (1:3) bauschte sich das Netz der Citizens.

Seither ist man über elf Stunden "sauber". Deswegen hob Guardiola das Innenverteidigerduo Ruben Dias und John Stones hervor: "Es lässt sich nicht abstreiten, dass die beiden in dieser Saison einen unglaublichen Schritt gemacht haben." Für den Spanier ist freilich die gesamte Mannschaft verantwortlich für den Erfolg. "Wir verteidigen mit dem Ball. Das ist das Wichtigste – dass wir, wenn der Gegner kommt, stabil genug sind."

Zum vierten Mal in Folge steht seine Truppe im Viertelfinale, zuletzt war gegen Liverpool, Tottenham und Lyon Endstation. Guardiola weiß, dass der Druck, dem Klub erstmals die Krone zu bescheren, groß ist. "Seit ich hier bin, hat man mir gesagt, dass ich die Champions League gewinnen muss. Das lastet stets auf meinen Schultern, aber ich mache mir keinen Kopf darum", erklärte der CL-Sieger mit dem FC Barcelona 2009 und 2011. "Ich denke nicht ans Halbfinale. Wenn du es verdienst, steigst du auf. Ich denke nur an ein gutes Hinspiel und dann ein gutes Rückspiel."

Für Mönchengladbach, den Klub der ÖFB-Legionäre Stefan Lainer, Valentino Lazaro und Hannes Wolf, war das neuerliche 0:2 in Budapest trotz engagierter Leistung wieder ein Lehrspiel – mitten in der schlimmsten Krise seit langem. In den vergangenen neun Spielen verlor Gladbach achtmal, und dabei siebenmal in Serie. "Wir hatten eine Idee", beteuerte der im Sommer scheidende Coach Marco Rose. "Dann bekommst du einen Schuss in den Winkel. Und dann setzt sich die Qualität von City durch."

"Klasse Umfeld"

Besagter Schuss kam von Kevin De Bruyne (12.). Nachdem Ilkay Gündogan kurz darauf (18.) erhöht hatte, war das Achtelfinale endgültig entschieden und Gladbach hatte keine Chance mehr. "In der Summe ist das sehr, sehr deutlich und klar. Da kann man nur gratulieren. Das muss man auch einmal anerkennen", sagte Rose. Seitdem der Ex-Salzburg-Trainer seinen Abschied angekündigt hat, ist völlig der Wurm drin. Für den 44-Jährigen, der nicht zuletzt beim Borussen-Anhang ausgespielt hat, kein Grund, am Verhältnis zum Verein zu zweifeln: "Ich habe ein klasse Umfeld und genieße im Verein großes Vertrauen."

Diesbezüglich muss sich Real-Coach Zinedine Zidane derzeit wohl keine Sorgen machen. Das 3:1 (gesamt 4:1) gegen Atalanta Bergamo durch Tore von Karim Benzema (34.), Sergio Ramos (60.) und Marco Asensio (84.) brachte sein Team erstmals seit dem Triumph 2018 wieder ins Viertelfinale – und das völlig souverän. "Wir haben von Anfang bis Ende hervorragend gespielt gegen ein Team, das dir körperlich alles abverlangt", stellte der Franzose fest. "Wir haben getan, was wir tun mussten, sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff. Man könnte sagen, es war eine komplette Leistung." (APA, Reuters, 17.3.2021)