Der Astra-Zeneca-Impfstoff.

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Die Vorteile des Corona-Impfstoffs von Astra Zeneca überwiegen die Nachteile, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstagnachmittag betont. Das Vakzin sei "sicher" und "effektiv" in der Prävention von Covid-19, sagte EMA-Direktorin Emer Cooke. Dennoch seien weitere Untersuchungen bezüglich einer Reihe von Vorfällen mit Blutgerinnseln nach einer Impfung mit dem Mittel nötig. Es werde zudem eine entsprechende Warnung bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen.

Es lägen einige Fallberichte vor, die sich auf äußerst seltene Fälle von Thrombosen der Hirnvenen beziehen, sagte Sabine Straus vom Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) der EMA in Amsterdam. Die Datenlage sei noch nicht ausreichend, um sicher zu sagen, ob ein Zusammenhang mit Astra Zeneca ausgeschlossen werden kann.

Zuvor Impfstopp in mehreren Ländern

Mehrere Länder hatten zuvor Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers vorübergehend ausgesetzt. Den Anfang hatten am Donnerstag Dänemark, Norwegen und Island gemacht. Österreich und mehrere andere EU-Staaten hatten die Verimpfung einer bestimmten Impfcharge vorerst gestoppt.

Am Montag meldete dann aber auch Deutschland, das Serum vorerst nicht mehr einzusetzen. Der Grund sei eine Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das für die Untersuchungen zur Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständig ist. Dieses teilte mit, man halte weitere Untersuchungen über Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung für nötig. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme".

Lage in Österreich

Österreichs Nationales Impfgremium (NIG) hatte vorerst nicht zu einem Impfstopp geraten. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht sich in einem ersten schriftlichen Statement darin bestätigt. "Es ist wichtig, dass die EMA heute eine klare Entscheidung getroffen hat: die Fortführung der Impfungen mit dem Impfstoff von Astra Zeneca und entsprechende Anpassungen der Fachinformationen des Impfstoffes sind die Grundaussage."

Anschober verwies auch auf die neuerliche Tagung des NIG am heutigen Donnerstagabend, das sich mit den Konsequenzen der EMA-Entscheidung für Österreich auseinandersetzen und der Politik klare Empfehlungen geben werde. "Mir ist wichtig, dass unsere Entscheidung auf klaren Empfehlungen der FachexpertInnen aufbauen", so der Minister.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete sich bereits zuvor mit Empfehlungen für die Weiterverwendung zu Wort. Am Freitag will sich die WHO erneut zu Astra Zeneca äußern. (red, APA, 18.3.2021)