Laut den italienischen Behörden weist die Sea Watch 3 mehrere Mängel auf.

Foto: Reuters/Laila Sieber/Sea Watch

Rom – Das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 3 ist von der italienischen Küstenwache im sizilianischen Hafen Augusta festgesetzt worden. Kontrollen ergaben erhebliche technische Mängel, die die Sicherheit des Schiffes, der Crew und der geretteten Migranten beeinträchtigen könnten, hieß es in einer Presseaussendung der Küstenwache.

Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch soll so lange im sizilianischen Hafen bleiben, bis die Mängel an Bord behoben werden, wie die Küstenwache berichtete. Am 3. März war die Sea-Watch 3 mit 385 Menschen eingetroffen, die bei einer Such- und Rettungsaktion im zentralen Mittelmeer in Sicherheit gebracht worden waren. Die Sea-Watch 3 sei jedoch ausgestattet, um maximal 22 Menschen an Bord zu nehmen, berichtete die Küstenwache. Darüber hinaus entspreche das Schiff nicht den notwendigen Umweltstandards. Es erfülle nicht die Kriterien in Sachen Müllentsorgung, so die Küstenwache.

Beschlagnahmung mit Vorgeschichte

Die italienischen Behörden hatten im vergangenen Juli die Sea-Watch 3 festgesetzt. Mehrere Seenotrettungsorganisationen hatten die Entscheidung Italiens angeprangert, wegen des Coronavirus alle Häfen des Landes für Flüchtlinge zu schließen. Im Februar war die Sea-Watch 3 wieder freigegeben worden.

2019 war die Sea-Watch 3 bereits für mehrere Monate von Italiens Justiz beschlagnahmt worden, nachdem die damalige Kapitänin Carola Rackete in einem Überraschungsmanöver mit geretteten Migranten in einen Hafen der Insel Lampedusa eingelaufen war. Der Fall hatte international für Schlagzeilen gesorgt. (APA, 22.3.2021)