Das Sabmyk Network wirbt um desillusionierte QAnon-Anhänger.

Foto: AP/Dario Lopez-MIlls

Ein Messias, eine persische Prinzessin und ein mystisches Schwert – das sind grob zusammengefast die Elemente, aus denen sich eine neue Verschwörungserzählung, das Sabmyk Network, zusammensetzt. Die Bewegung wirbt derzeit verstärkt um inzwischen desillusionierte QAnon-Anhänger und organisiert sich auf Netzwerken wie Telegram. Am Wochenende sorgte schließlich eine britische NGO namens "Hope not Hate" für Aufsehen, die den Ursprung der Bewegung gefunden haben will: Demnach soll es sich dabei um eine Erfindung des deutschen Künstlers Sebastian Bieniek handeln.

Auf Nachfrage des STANDARD bestreitet das Team rund um den Künstler nun eine derartige Verbindung. "Weder hat Hr. Bieniek 17 Narben, noch ist er ein Messias, noch bedroht er die Welt, noch bedroht eine 60-jährige Prinzessin, noch ein dahingemaltes Schwert die Welt, und wir halten es für ausgemachten paranoiden Blödsinn, darin eine Weltbedrohung o. Ä. zu sehen, was die NGO ja scheinbar tut", heißt es wörtlich in einem Statement per E-Mail.

Die Prinzessin und das Schwert

Sie verstehen in diesem Zitat nur Bahnhof? Es ist aber tatsächlich das, woran die Anhänger des Sabmyk Networks zu glauben zu scheinen. Sie beziehen sich auf eine vermeintliche Prinzessin namens Ameli Achaemenes, die eine Erbin des Halbgottes Perseus sein soll. Der Erzählung zufolge soll Investor und Milliardär George Soros ihr ein magisches Schwert anvertraut haben, welches dieses aber wiederum zerstörte und die Überreste in der Welt verstreute.

Als ob das noch nicht fantasievoll genug wäre, wird zudem von einem vermeintlichen Messias erzählt, der durch "17 v-förmige Narben" identifiziert werden könne. Hier zog die NGO die Parallele zum Künstler und schrieb, dass dieser ebenfalls v-förmige Narben an seinem Arm trage.

Der STANDARD hat am Wochenende detailliert über die farbenfrohe Verschwörungserzählung berichtet, Hope not Hate hat die eigenen Theorien zum Ursprung der Bewegung in einem ausführlichen Blogbeitrag dargelegt. (Stefan Mey, 24.3.2021)