Trainer Livio Magoni nahm sich kein Blatt vor den Mund und entschuldigte sich später dafür.

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Petra Vlhova will die Sache intern klären.

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Vor einer Woche hat sich Petra Vlhova als erste Slowakin den Ski-Gesamtweltcup der Damen gesichert. Die 25-Jährige hat also allen Grund zur Freude. Doch diese wurde nun getrübt – ausgerechnet von ihrem eigenen Trainer Livio Magoni. Denn der Italiener gab der Zeitung "Corriere della Sera" ein Interview und sprach dabei nicht gerade schmeichelhaft über seinen Schützling.

"Sonst wirft sie alles weg"

Während seine Landsfrauen Marta Bassino, Sofia Goggia und Federica Brignone Diamanten seien, bezeichnete er Vlhova im Vergleich dazu als "Bügeleisen". Für Magoni sei die 25-Jährige sehr stark und eine "Maschine", aber er sieht ein Problem: "Wenn etwas in ihrem Kopf nicht passt, muss man eingreifen. Sonst wirft sie alles weg."

Der Trainer nennt auch die frühere slowenische Gesamtweltcupsiegerin Tina Maze als Vorbild. Diese habe sich zu einer Persönlichkeit entwickelt, das fehle Vlhova. Das liege auch an ihrem Gefolge, dem Magoni "Ignoranz" vorwirft. "Wenn Sie mit Vlhova ein Bündnis eingehen, gehen Sie dieses mit der ganzen Familie ein", sagt der Italiener. Magoni schließt nicht aus, die Zusammenarbeit zu beenden. Eine Entscheidung über seine Zukunft werde er "in Kürze" treffen.

Vlhova will Sache intern klären

Vlhova reagierte via "Facebook" auf die "negativen" Aussagen ihres Trainers. Diese hätten sie "in einer Zeit absoluter Freude getroffen". Sie kündigte jedoch an, dies intern mit Magoni klären zu wollen. Man habe Meinungsverschiedenheiten bisher immer dazu nutzen können, daraus stärker hervorzugehen.

Magoni entschuldigte sich

Magoni äußerte sich daraufhin gegenüber der slowakischen Zeitung "Sport" nochmals zur Causa. Dabei gab er an, falsch interpretiert worden zu sein. Er sei gefragt worden, wie er Vlhovas Leistungen im Vergleich zu Konkurrentinnen einschätzen würde. Daraufhin hätte er gemeint, dass einige Athletinnen ein besseres Gefühl für den Schnee hätten, aber Vlhova konnte dies mit viel Arbeit kompensieren. In diesem Zusammenhang wollte Magoni sagen, dass sein Schützling "eiserne Beine" habe.

Abschließend entschuldigte er sich bei Vlhova und der ganzen Slowakei. Man dürfe einem einzelnen Gespräch aber auch nicht zu viel Bedeutung beimessen. (red, 27.3.2021)