Aschesäule über dem Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra Anfang März 2021.

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Vulkanausbrüche können das Klima über Monate oder sogar Jahre hinweg abkühlen, dafür gibt es in ferner wie in jüngerer Vergangenheit eindrückliche Beispiele. Bei der Eruption des philippinischen Vulkans Pinatubo im Jahr 1991 etwa gelangten so große Mengen an Aerosolen und Staub in die Atmosphäre und reduzierten die einfallende Sonnenstrahlung so stark, dass sich die Erde um 0,4 Grad Celsius abkühlte.

Ein internationales Forscherteam hat nun einen anderen Effekt großer Vulkanausbrüche nachgewiesen: Sie können offenbar durch ihre atmosphärische Wirkung auch die Häufigkeit tropischer Wirbelstürme beeinflussen.

Hölzerne Archive

Die Wissenschafter blickten mithilfe von 63 Bäumen aus dem südkoreanischen Seoraksan-Nationalpark knapp 350 Jahre in die Vergangenheit zurück. In einem ersten Schritt analysierten sie die Sauerstoff-Isotope in den Jahresringen der Bäume. Denn der starke Regen, den tropische Wirbelstürme mit sich bringen, hat eine spezifische Isotopen-Zusammensetzung, die sich im Holz niederschlägt. Wie die Untersuchung zeigte, ereigneten sich in den letzten dreißig Jahren im historischen Vergleich besonders viele tropische Wirbelstürme, wie das Team im Fachmagazin "Science of the Total Environment" berichtet.

Im nächsten Schritt glichen die Forscher die archivierten Spuren der tropischen Wirbelstürme mit Aufzeichnungen von großen Vulkanausbrüchen weltweit ab. Dabei zeigte sich, dass in den zwei Jahren unmittelbar nach einem Vulkanausbruch stets eine geringere Wirbelsturm-Aktivität herrschte.

Ausweitung der Forschung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass vulkanische Asche in der Atmosphäre ein wichtiger Treiber dieses Phänomens ist, wie die Forscher berichten. Denn sie wirkt wie ein Strahlungsfilter, wodurch sich die Luft sowie die Oberfläche von Ozeanen abkühlen.

"Wir arbeiten in einem internationalen Netzwerk aktuell daran, unsere Untersuchungen auf verschiedene Standorte der ganzen Nordhalbkugel auszuweiten", sagte Kerstin Treydte von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, eine der Autorinnen der Studie. Die Forscher hoffen, mit weiteren Jahresring-Analysen die großräumige Dynamik dieses Wetterphänomens besser aufklären zu können. (red, APA, 29.3.2021)