Das Ende des Koch- und Strandlebens für Marc Feren Claude B.

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Dass es mit gewissen Einschränkungen im Alltag einhergeht, wenn man auf der Flucht vor der Polizei ist, ist das eine. Aber die eigenen Kochkünste der Allgemeinheit vorenthalten zu müssen – das ginge dann doch zu weit. So scheint zumindest der als Mafia-Mitglied verdächtige Marc Feren Claude B. seine Prioritäten zu setzen, und wie sich nun herausstellt, dürfte das nicht gerade die schlaueste unter all seinen Entscheidungen gewesen sein.

Verhaftung

Via Twitter bestätigte Interpol am Dienstag die Verhaftung des seit 2014 flüchtigen mutmaßlichen Mafia-Mitglied. Als Teil der 'Ndrangheta-Organisation soll er im südlichen Italien über viele Jahre hinweg rege am internationalen Drogenhandel beteiligt gewesen sein.

Kurios sind aber vor allem die Umstände seiner Verhaftungen: Lokale Ermittler hatten ihn laut mehreren Medienberichten nämlich in Koch-Tutorials auf Youtube aufgespürt. Dort trat der 53-Jährige zwar vermummt auf, allerdings konnte er über seine Tätowierungen identifiziert werden. Mithilfe der Aufnahmen konnte dann rasch sein Versteck ausfindig gemacht werden, an einem nicht näher genannten Ort in der Dominikanischen Republik soll er sich neben seiner Kochleidenschaft sonst ganz dem entspannten Strandleben hingegeben haben. Damit ist es nun vorbei. Ein von Interpol geteiltes Video zeigt, wie B. von Interpol-Beamten in ein Flugzeug verfrachtet und nach Italien gebracht wird.

Hintergrund

Die 'Ndrangheta-Gruppe kontrolliert laut Behördeninformationen den größten Teil des Kokainimports nach Europa und gilt als gefährlichste Mafia-Organisation Italiens. Derzeit läuft gegen sie allerdings ein Mammutprozess, in dem mehr als 350 Personen angeklagt sind – und damit das größte Anti-Mafia-Verfahren in Italien seit Jahrzehnten. (red, 31.3.2021)