Frances McDormand erhielt den Preis als beste Schauspielerin in einer Hauptrolle für ihre Darstellung in "Nomadland".

Foto: Searchlight Pictures via AP

London – Das Sozialdrama "Nomadland" von Regisseurin Chloé Zhao hat auch bei den diesjährigen britischen Filmpreisen abgeräumt. "Nomadland" wurde bei der Preisverleihung der British Academy of Film and Television Arts (Bafta) am Sonntagabend in vier Kategorien ausgezeichnet, "bester Film", "beste Regie" sowie "beste Kamera". Die mehrfach Oscar-prämierte Hauptdarstellerin Frances McDormand erhielt den Preis als beste Schauspielerin in einer Hauptrolle.

Als bester Hauptdarsteller wurde Anthony Hopkins für seine Rolle eines demenzkranken Vaters im Familiendrama "The Father" ausgezeichnet. Die britische Regisseurin Emerald Fennell wurde mit zwei Preisen, darunter für das Drehbuch, für ihr Spielfilmdebüt "Promising Young Woman" mit Carey Mulligan ausgezeichnet. Der Thriller hat ebenso wie "Nomadland" bereits mehrere Oscar-Nominierungen.

Oscar-Favorit

Die britische Akademie hatte sich heuer um mehr Diversität bemüht, Zhao war eine von vier Frauen, die für die Auszeichnung "beste Regie" nominiert waren. Vergangenes Jahr war Kritik laut geworden, weil keine einzige Frau unter den Nominierten gewesen war. Zhao kommentierte die stärkere weibliche Präsenz nun mit den Worten: "Es wurde auch Zeit, es ist großartig." Sie fügte hinzu: "Ich liebe das, was ich tue und wenn das bedeutet, dass mehr Menschen wie ich ihre Träume verwirklichen können, dann bin ich sehr dankbar."

Mit dem Triumph bei den Bafta-Awards hat "Nomadland" seine Favoritenrolle bei den Oscars mit seinen sechs Nominierungen weiter gefestigt. Am Samstag hatte bereits die Directors Guild of America (DGA), in der die US-Regisseure zusammengeschlossen sind, den Film in der Hauptkategorie "bester Spielfilm" ausgezeichnet.

Videoschaltungen statt Gala

Die in Hollywood verliehenen DGA-Preise gelten als guter Indikator dafür, wer den Regie-Oscar gewinnen wird. Abgesehen vom vergangenen Jahr lagen sie bei der Kür des Siegers in den sechs vorangegangenen Jahren jedes Mal richtig. Die Oscar-Verleihung findet wegen der Corona-Pandemie dieses Mal erst am 25. April statt.

Die Preise in den Bafta-Hauptkategorien wurden am Sonntagabend in der Londoner Royal Albert Hall verliehen. Allerdings war wegen der Corona-Pandemie kein Publikum zugelassen. Die meisten Gewinner nahmen die Preise – im Anzug oder Abendkleid – per Videoschaltung von ihrem Wohnzimmer oder Hotel aus in Empfang.

Die auf zwei Abende verteilte Bafta-Preisverleihung hatte am Samstag mit den Auszeichnungen in den technischen Kategorien begonnen. Der Film "Ma Rainey's Black Bottom" über Blues-Musiker im Chicago der 1920er-Jahre bekam die Preise für die besten Kostüme und bestes Make-up und Hairstyling. "Mank" von US-Regisseur David Fincher über die Entstehung des Hollywood-Klassikers "Citizen Kane" gewann in der Kategorie Szenenbild, Christopher Nolans Science-Fiction-Action-Thriller "Tenet" wurde für die besten visuellen Spezialeffekte ausgezeichnet.

Keine Ansprache von Prinz William

Die Auszeichnung für den besten nicht englisch-sprachigen Film ging an die Satire "Der Rausch" des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg. Den Bafta für den besten Trickfilm bekam "Soul" von Disney und Pixar, der auch für seine Filmmusik ausgezeichnet wurde. Den Preis als beste Nebendarstellerin bekam die Südkoreanerin Yuh Jung-youn für ihre Rolle in dem Drama "Minari". Bei den Männern wurde Daniel Kaluuya für "Judas And The Black Messiah" ausgezeichnet.

Nach dem kürzlichen Tod seines Großvaters Prinz Philip hielt Bafta-Präsident Prinz William ausnahmsweise keine Ansprache. Von 1959 bis 1965 war Philip selbst Präsident der Bafta. (APA, 12.4.2021)