Dicke Luft in Paris (Archivbild, Dezember 2016).

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Kurzstrecken sollen in Zukunft der Eisenbahn vorbehalten sein.

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Paris – Frankreichs Parlament hat sich am Samstag für ein Verbot von Kurzstreckenflügen im Inland ausgesprochen. Ziele, die mit regulären Zugverbindungen in zweieinhalb Stunden erreicht werden können, sollen nicht mehr angeflogen werden, beschlossen die Abgeordneten. Nun muss der Gesetzesvorschlag im Senat beschlossen werden.

Betroffen wären Verbindungen von der Hauptstadt Paris zu Zielen wie Straßburg, Bordeaux, Nantes oder Lyon.

Das Kurzstreckenflugverbot ist Teil eines Kimaschutzpakets, mit dem Präsident Emmanuel Macron bis 2030 die CO2-Emissionen des Landes um 40 Prozent senken will. Die Vorschläge wurden vom Bürgerkonvent erstellt, den Macron nach den Gelbwesten-Protesten gegen die CO2-Steuer einberufen hatte. Die Versammlung besteht aus 150 nach einem komplizierten Losverfahren ausgewählten Bürgern.

Ausbaupläne gestoppt

Außerdem kündigte Umweltministerin Barbara Pompili an, dass der Pariser Flughafen Charles de Gaulle Roissy keinen vierten Terminal bekommt, weil in der aktuellen Situation kein Bedarf bestehe.

Vor vier Tagen hatte die Regierung beschlossen, der schwer von der Corona-Krise getroffene Fluggesellschaft Air France mit bis zu vier Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher wies Kritik aus der Luftfahrtbranche zurück: Für sie sei es kein Widerspruch, die Airline zu retten und zugleich das Klimagesetz zu verabschieden, sagte sie dem Sender Europe 1.

Die Bürgerversammlung hat außerdem vorgeschlagen, Heizstrahler in Schanigärten und Flugzeuge, die Werbebanner durch die Luft ziehen, zu verbieten. Ein generelles Tempolimit von 110 km/h auf den Autobahnen lehnte Macron hingegen ab.

Österreichs AUA hatte bereits vor zwei Jahren erklärt, dass Flugstrecken, auf denen man mit dem Zug nicht mehr als drei Stunden braucht, ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll seien. (bed, 13.4.2021)