Rudolf Anschobers Rücktritt dominierte am Dienstag die sozialen Medien auf verschiedensten Plattformen.

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Schon vor der angekündigten "persönlichen Erklärung" seines Rücktritts sorgte der Abschied des Gesundheitsministers Rudolf Anschober (Die Grünen) für eine Welle an Reaktionen in sozialen Medien.

Respekt, Dank und ein Roman

Seit Dienstagfrüh belegte der ehemalige Gesundheitsminister die ersten sechs Plätze der Top-Themen auf Twitter. An erster Stelle dominiert seit Stunden #Anschober, gefolgt von Schlagworten wie Rücktritt, Genesung, Einsatz, Respekt und Roman. Auf Facebook sammelte seine Ankündigung innerhalb von zwei Stunden über 15.000 Reaktionen und 6.600 Kommentare.

Die Reaktion auf die Rücktrittsrede des Gesundheitsministers fällt dabei durchgehend positiv aus. Sowohl Nutzer als auch Oppositionspolitiker und Regierungsmitglieder meldeten sich zu Wort und bedankten sich für den Einsatz des Ministers während der Corona-Pandemie.

Der Rücktritt Anschobers ist auch auf Messaging-Plattformen von Corona-Leugnern Thema des Tages. Etwa feiern manche das Ausscheiden des Gesundheitsministers als ihren eigenen Erfolg, andere sehen den Nachfolger Anschobers, Wolfgang Mückstein, kritisch, da sie eine härtere Impfstrategie fürchten.

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl nutzte den Rücktritt Anschobers für einen Angriff auf die ÖVP und sympathisiert mit dem Gesundheitsminister. Kickl sieht ihn als ein "Opfer der moralischen Skrupellosigkeit" der Volkspartei unter Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Zuspruch für Tabubruch

Besonderen Zuspruch erhält der 60-Jährige für seine Offenheit über seine körperlichen und psychischen Beschwerden, die das Resultat einer "Überarbeitung" während der vergangenen Monate seien.

Neben tausenden Kommentaren, die Respekt und Dank aussprechen, sind auch einige Meinungen zu finden, die auf die prekäre Situation von Gesundheitspersonal aufmerksam machen. Diese haben, im Gegensatz zu Regierungsmitgliedern, oft nicht die Möglichkeit, aufgrund von Überanstrengung den Beruf niederzulegen. (hsu, 13.4.2021)