Am 14. Mai soll es so weit sein: Griechenland eröffnet offiziell die Tourismussaison. Und verzichtet auf die vorgeschriebene Quarantäne für Urlauber – negativer PCR-Test bzw. vollständige Impfung vorausgesetzt. Noch gibt es vonseiten des Außenministeriums eine Reisewarnung, von touristischen Reisen wird abgeraten, und auch die Quarantäne für Griechenlandrückkehrer bleibt aufrecht. Doch die Reisebüros stellen sich jetzt schon auf einen Ansturm ein und bewerben gleichzeitig griechische Ferienorte.

Individualreisenden kommt da das Gruseln. Daher haben wir hier einige Fleckchen griechischer Erde zusammengetragen, wo man den Massen aus dem Weg gehen kann. Auch wenn das bedeutet, dass man eventuell eine längere Anreise in Kauf nehmen muss.

Syros
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Syros

Syros ist eine der kleineren, schläfrigeren Inseln der Kykladen. Vor allem Griechen schätzen die zehntgrößte Kykladeninsel als Sommerreiseziel. In der farbenfrohen Stadt Ermoupoli findet man Marmorplätze, fürstliche Villen und die Miniaturnachbildung der Scala, das Aushängeschild einer ganzjährigen Kulturszene, die immer noch ein starkes italienisches Flair besitzen. Ein Erbe der venezianischen Herrschaft. Syros war einst das Zentrum des griechischen Schiffbaus und hat immer noch eine Bootswerft in Neorio. Aber das prächtigste Erbe der Schifffahrtsindustrie sind die Herrenhäuser in Vaporia und Poseidonia. Die Strände sind etwas weniger prächtig – mit Ausnahme von Delfini, Varvarousa und Aetos im wilden Norden. Dafür gibt es einige gute Tavernen am Meer. Wer schon mal da ist, sollte dem Dorf Ano Syros einen Besuch abstatten. Es ist viel ruhiger als die Ortschaften, in denen auf den nahegelegenen Inseln Santorin und Mykonos Tagesausflügler unterwegs sind. Von den Venezianern im 13. Jahrhundert auf einem felsigen Hügel erbaut, kann Ano Syros aufgrund der engen Kopfsteinpflasterstraßen nur zu Fuß erkundet werden.

Amorgos
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Amorgos

Eine der schwer erreichbaren Inseln Griechenlands – es gibt keine Direktflüge, und mit der Hochgeschwindigkeitsfähre dauert es von Athen aus etwa sechs Stunden. Für einige ist Amorgos die eigentliche Perle der Kykladen. Das Leben dort ist entschleunigt. Selbst in der Hauptstadt Chora mit ihren freundlichen Cafés geht es gerade lebhaft genug zu, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zumindest war es vor der Pandemie so.

Antipaxos
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Paxos

Paxos ist eine der kleinsten Inseln des Ionischen Meeres und hat viel zu bieten. Nicht wegen der Fünf-Sterne-Hotels (es gibt kaum welche) oder der Sandstrände (praktisch keine), sondern wegen des stahlblauen Meeres und der drei kleinen Hafenstädte, von denen jede so hübsch ist, dass es unmöglich ist, einen Favoriten zu wählen: Ist es das entspannte Loggos? Oder Lakka, wo man Segler und Yachten beobachten kann? Oder doch Gaios, das mit seiner venezianischen Architektur punktet? Am besten man mietet ein Motorboot, um entlang der Küste zu Kieselsteinbuchten wie Marmari und Kipiadi oder hinüber nach Antipaxos zu fahren, einer noch kleineren Insel, die bei Yachtseglern sehr beliebt ist. Pfade durch Weinberge und Obstplantagen führen hinunter zu Buchten, deren Meer so klar ist, dass es wie retuschiert aussieht.

Serifos
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Serifos

Serifos, vier bis fünf Stunden von Athen entfernt ist das Refugium von Menschen, die die Sandstrände lieber für sich alleine haben. Sogar im August wird man Buchten finden, in denen man in Einsamkeit Nacktbaden kann. Das liegt daran, dass die besten Strände (Kalo Ambeli, Vagia, Skala) nur über unbefestigte Schotterstraßen oder Eselspfade erreichbar sind. Besser ist es daher, ein Motorboot im Hafen von Livada zu mieten. Der Hauptort (oder Hora) von Serifos stürzt kaskadenartig den Hang hinunter. Es gibt kaum Nachtleben, keine schicken Boutiquen oder ausgefallenen Hotels.

Kythira
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Kythira

Auf dieser Ionischen Insel haben Byzantiner, Venezianer, Franzosen und auch Briten ihre Spuren hinterlassen. Man findet also byzantinische Kirchen, eine venezianische Festung und eine britische Brücke auf diesem vielseitigen Eiland. Es besticht aber auch durch ruhige Sand- und Kiesstrände und eine abwechslungsreiche Landschaft mit Steilküste, Wasserfällen und Buchten. Eine der schönsten Wanderungen auf Kythira führt entlang eines Wasserfalls hinab in die Schlucht der Nymphen, wo alte Wassermühlen stehen.

Hydra
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Hydra

Autofrei und unter Denkmalschutz, war Hydra schon immer ein Ort der Muse für Künstler auf den griechischen Inseln. In den 1960er Jahren machte Leonard Cohen den Ort bekannt, heute haben Brice Marden, Sadie Coles und Juergen Teller hier ihr Zuhause. Athener Künstler lassen sich in der School of Fine Arts nieder, einer der riesigen, grauen Steinvillen mit Blick auf den hufeisenförmigen Hafen. Musiker aller Couleur proben und nehmen in der Alten Teppichfabrik auf, einem Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Weniger als zwei Stunden von Athen entfernt, füllt sich Hydra an den Wochenenden mit eleganten Griechen. .Sie kommen, um abzuschalten und zu entschleunigen, aber auch, um zu sehen und gesehen zu werden. Mit Stränden schaut's allerdings nicht so gut aus. Immerhin: Man findet normalerweise immer irgendwo eine Felsplatte, auf der man sich bräunen lassen und von der man ins Wasser springen kann.

Leros
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Leros

Um auf die kleine Dodekanes-Insel zu reisen, muss man sich auf eine achtstündige Fährfahrt von Piräus aus einstellen. Vor der türkischen Küste gelegen, bietet Leros vor allem viele Kiesbuchten mit Bademöglichkeiten. Neben zahlreichen Windmühlen und der imposanten Festung Panagaia als Sehenswürdigkeiten, sind vor allem Taucher von den Schiffswracks und Flugzeugteile aus dem Zweiten Weltkrieg, die vor Leros im Meer liegen, begeistert. Das Leben auf der Insel spielt sich vor allem an der Ostseite ab. Und zwar in den Ortschaften Panteli, Aghia Marina und Platanos. Durch die gewundenen Gassen der ehemaligen Fischerdörfer mit ihren Tavernen lässt sich gut bummeln.

Symi
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Symi

Wer von Rhodos, in dessen Nähe diese Insel liegt, genug hat, und altmodischen aber auch mondänen Flair schätzt, wird sich auf Symi wohlfühlen. Die Villen der Hafenstadt Gialos auf Symi sind bonbonfarben. Keine Hotelhochhäuser, keine Partymeile, keine Lagerhallen, keine Einkaufszentren trüben den Blick auf den idyllischen Hafen mit den vielen bunten Fischkuttern, Jachten und Segelbooten. Oben auf dem Bergrücken des Hafens von Symi befindet sich der Ort Chorio, die Altstadt von Symi, auch Ano Symi genannt. Hier stehen noch die Überreste eines alten Kastells und die Windmühlen von Symi. Einige davon sind nur noch Ruinen, andere wurden restauriert und dienen mittlerweile als Ferienunterkünfte. Eine weiße Gasse mit 500 Stufen, Kali Strata, führt von Gialos in die Ortschaft. (red, 20.4.2021)