Die ukrainische Regierung will ihre Kampfkraft bei "militärischen Aggressionen" erhöhen.

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Kiew/Moskau – Angesichts der wachsenden Spannungen mit Russland hat die Ukraine ein Gesetz für eine vereinfachte Einberufung von Reservisten in Kraft gesetzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete das Gesetz am Mittwoch, das vom Parlament im März verabschiedet worden war und eine Verstärkung der Armee ohne Ankündigung einer Mobilmachung möglich macht. "Dies wird es ermöglichen, die militärischen Einheiten aller Streitkräfte schnell mit Reservisten aufzustocken und damit ihre Kampfkraft bei militärischen Aggressionen deutlich zu erhöhen", teilte das Präsidialamt mit.

Die Regierung in Kiew, ihre westlichen Verbündeten und die Nato werfen Russland einen massiven und "provokativen" Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ostukraine vor. Dort tobt seit 2014 ein Konflikt mit prorussischen Separatisten, die von Moskau unterstützt werden.

Russland warf seinerseits am Mittwoch der Ukraine und der Nato vor, ihre militärischen Vorbereitungen voranzutreiben, wie die Nachrichtenagentur RIA meldete. Das Außenministerium habe zugleich die Ukraine und die Nato aufgefordert, von Handlungen abzusehen, die zu einer Eskalation führen könnten. Russland hatte zuletzt den USA und der Nato Provokationen im Schwarzen Meer vorgeworfen. Selenskyj hatte am Dienstag den russischen Präsidenten zu einem Treffen in der Ostukraine aufgefordert, um den dortigen Konflikt zu beenden und die bilateralen Spannungen abzubauen. (APA, 21.4.2021)