Zur Ausweitung des eigenen Angebots kaufte SAP jüngst den Berliner Softwarespezialisten Signavio.

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Der bisher schleppende Wechsel des SAP-Kerngeschäfts in die Cloud nimmt Fahrt auf. Das im Jänner gestartete Rundum-Angebot "Rise with SAP" habe die Wende gebracht, sagte Konzern-Chef Christian Klein am Donnerstag gegenüber Journalisten. Es treibe das Cloud-Geschäft an, ergänzte Finanzchef Luka Mucic. Die Erlöse für das Flaggschiffprodukt S/4Hana Cloud stiegen im ersten Quartal währungsbereinigt um 43 Prozent auf 227 Millionen Euro.

Damit veröffentlichte der Walldorfer Dax-Konzern erstmals Zahlen zu dieser Entwicklung. Zugleich bestätigte SAP die im Voraus am 13. April bekannt gegebenen Quartalszahlen, wonach der Oracle-Konkurrent überraschend gut in das Jahr gestartet ist. Die SAP-Aktie legte seit Jänner mehr als acht Prozent zu.

Höhere Erlöse

Die Clouderlöse erhöhten sich demnach um sieben Prozent auf 2,15 Milliarden Euro – auch dank der guten Entwicklung der US-Tochter Qualtrics, weswegen SAP die untere Spanne bei den Umsatzprognosen leicht anhob. Das Betriebsergebnis stieg im ersten Quartal währungsbereinigt um 24 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnen die Walldorfer trotzdem weiterhin mit einem Rückgang beim Betriebsergebnis. Der noch nicht veröffentlichte Nettogewinn kletterte vor allem dank Wertsteigerungen bei Unternehmensbeteiligungen um 70 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro.

Klein hat sich zum Ziel gesetzt, SAP langfristig in einen reinen Cloud-Anbieter zu wandeln und bietet den rund 400.000 Firmenkunden – darunter nun auch Google und Toshiba – dafür das Programm "Rise with SAP" zur umfassenden Geschäftstransformation an. Zur Ausweitung des Angebots kaufte SAP jüngst den Berliner Softwarespezialisten Signavio.

Gemietete Anwendungen

SAP will mehr Kunden in die Cloud locken und zu einer Umstellung von Lizenzprodukten auf gemietete Anwendungen im Web bewegen – das erleichtert Updates und macht Umsätze planbarer. Die Pipeline für das Jahr sei inzwischen "wirklich, wirklich stark", versicherte Klein. Der aktuelle Cloud Backlog von S4/Hana – die vertraglich zugesicherten Clouderlöse in den nächsten zwölf Monaten – kletterte währungsbereinigt um 43 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Dies ist allerdings nur ein kleiner Teil des gesamten Cloud Backlogs von 7,63 Milliarden Euro. (APA, 22.4.2021)