Adi Hütter steht Expansionsplänen kritisch gegenüber.

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Frankfurt am Main / Manchester – Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hat nach den gescheiterten Plänen einer Super League davor gewarnt, die Spirale im internationalen Fußball zu überdrehen. "Für mich ist es nicht mehr sinnvoll und auch nicht realistisch, dass man immer noch etwas Neues und Zusätzliches machen möchte", kritisierte der Vorarlberger am Donnerstag. "Da verliert man irgendwann mal den Überblick."

Nach Ansicht Hütters ist es schon jetzt schwierig, alle Wettbewerbe intensiv zu verfolgen. "Conference League, Europa League, Champions League, Super League, Nations League, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft – selbst wir, die in diesem Sport tätig sind, tun uns schon relativ schwer damit. Was sollen erst die Menschen denken, die den Fußball nur oberflächlich verfolgen. Da kennt sich ja irgendwann kein Mensch mehr aus", sagte der frühere ÖFB-Nationalspieler.

Spieler im Stress

Zudem müsse man solche Expansionspläne laut Hütter auch menschlich einordnen. "Wir vergessen immer die Spieler, die das spielen müssen. Man muss die Spieler schützen, die teilweise 60 Spiele pro Jahr absolvieren. Und das nicht nur in einem Jahr, sondern über Jahre hinweg. "Die können gar nicht dauerhaft die Leistung bringen", betonte der 51-Jährige, der die Eintracht im Sommer Richtung Borussia Mönchengladbach verlässt.

Kritik an Champions-League-Reform

Nach der Aufregung um die Super League hat der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan mit deutlichen Worten auch Kritik an der in dieser Woche beschlossenen Champions-League-Reform geübt. "Bei all dem Super-League-Zeug ... können wir bitte auch über das neue Champions-League-Format sprechen? Immer mehr und mehr und mehr Spiele, denkt denn niemand mehr an uns Spieler?", schrieb der Profi von Manchester City am Donnerstag auf Twitter.

"Das neue UCL-Format ist im Vergleich zur Super League nur das geringere der beiden Übel", meinte Gündogan. Die Uefa hatte am Montag Änderungen der Champions League beschlossen. Ab der Saison 2024/25 werden 36 statt bisher 32 Teams an der Gruppenphase teilnehmen. Diese wird nicht mehr im Gruppen- sondern im Ligaformat ausgetragen. Es wird insgesamt 100 zusätzliche Spiele geben.

"Das UCL-Format funktioniert derzeit hervorragend, und deshalb ist es der beliebteste Vereinswettbewerb der Welt – für uns Spieler und für die Fans", betonte Gündogan. Der 30-jährige Mittelfeldspieler steht mit ManCity im Champions-League-Halbfinale. Englands Fast-Meister trifft dort nächste und übernächste Woche auf Paris Saint-Germain. (APA/dpa, 22.4.2021)