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Wien – Die börsennotierte Bawag-Gruppe hat im ersten Quartal 2021 den Nettogewinn im Vergleich zu ersten Quartal 2020 um ein Fünftel auf 74 Millionen Euro erhöht. Die Risikokosten seien "auf ein normales Niveau zurückgegangen". Die Stundungen der Kundenkredite fielen auf 0,4 Prozent, teilte die Bank am Montag mit. Die Bank hat vorerst für 2019 und 2020 40 Millionen Euro Dividende ausbezahlt, weitere 420 Millionen Euro sollen im vierten Quartal folgen, wenn es Aktionäre und Behörden erlauben.

Die Bank sieht sich "am Anfang einer allmählichen Normalisierung", hat aber bisher keine Reserven aufgelöst. Im ersten Quartal seien 54 Mio. Euro für regulatorische Aufwendungen geflossen, um die Hälfte mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das Geld war für zusätzliche Aufwendungen für die Einlagensicherung im Zusammenhang mit dem Betrugsfall Commerzialbank in Österreich 2020 sowie wegen gestiegener Einlagen nötig. Dies entspreche etwa 90 Prozent der für das Gesamtjahr 2021 erwarteten Gebühren. Die Risikokosten seien hingegen um knapp die Hälfte auf 29 Millionen Euro gefallen. Das Eigenkapital (CET1) stieg auf 14,2 Prozent. Der Anteil der Kosten an den Einnahmen (Cost/Income Ratio) lag bei 40,5 Prozent.

Vorsichtiger Ausblick

Die Bawag geht für das erste Halbjahr 2021 von einer "weiterhin verhaltenen" Wirtschaftstätigkeit und einer Normalisierung im zweiten Halbjahr aus, 2021 sollen die Kernerträge um zirka zwei Prozent wachsen und die Risikokosten um mehr als 40 Prozent sinken. Grundsätzlich soll die Hälfte des Nettogewinns an die Aktionäre ausgeschüttet, der Rest für Investitionen und Zukäufe verwendet werden. Soweit es dafür keine Projekte gibt, wird das Geld in Form von Aktienrückkäufen oder Sonderdividenden an die Aktionäre ausgeschüttet. (APA, 26.4.2021)