Colette Marin-Catherin in einer Szene des Kurzfilms

Foto: AP via Rose Bush

Der Kurzfilm "Colette" erschien im Oculus-Virtual-Reality-Spiel "Medal of Honor: Above and Beyond" und wurde mit dem diesjährigen Academy Award für den besten Dokumentarkurzfilm ausgezeichnet. Der von den Oculus Studios und dem Electronic-Arts-(EA)-Entwickler Respawn Entertainment präsentierte und später vom "Guardian" erworbene und vertriebene Film ist das erste Projekt der Videospielindustrie, das einen Oscar gewonnen hat.

Besondere Rückkehr

"Colette" begleitet die französische Widerstandskämpferin Colette Marin-Catherine, wie sie zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurückkehrt, um jenes Konzentrationslager zu besuchen, in dem ihr Bruder getötet wurde. Regie führte Anthony Giacchino. Der Dokumentarfilm wird im traditionellen 2D-Format präsentiert, egal ob er über Oculus angesehen wird oder nicht.

Das Videospiel "Medal of Honor: Above and Beyond" wurde von Nutzern und Kritikern eher mittelmäßig bewertet. Auf der Bewertungsplattform Metacritic erhielt der VR-Titel einen Score von 67. Kritische Stimmen hoben die enormen Systemanforderungen und die Installationsgröße von 170 GB hervor. Der Umfang der Dateien ist zum großen Teil auf die Einbeziehung dokumentarischen Filmmaterials zurückzuführen.

Mut

Mike Doran, Produktionsleiter der Oculus Studios, sagte in einem Statement, dass die Ehre vor allem Colette und ihrem Mut gebühre: "Wie wir im Film sehen können, erfordert Widerstand Mut, aber sich der eigenen Vergangenheit zu stellen kann noch mehr fordern. Uns zu erlauben, ihre Reise für zukünftige Generationen zu bewahren, war ein wahrer Akt der Tapferkeit und des Vertrauens."

The Guardian

(red, 26.04.2021)