Einem Bericht zufolge gebe es derzeit mehr als 20 Kanäle, die rechtsextremes Gedankengut verbreiten. Laut Twitch sei die US-Zeitung sensationslüstern.

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Anfang des Jahres wurde nicht nur US-Präsident Donald Trump von fast allen großen Social-Media-Plattformen hinausgeworfen. Als Reaktion auf den Kapitol-Sturm am 6. Jänner gingen nämlich unter anderem Twitter und Facebook härter gegen Falschinformationen vor und löschten zahlreiche Konten von QAnon-Anhängern und Rechtsextremen. Auf der Suche nach neuen Plattformen sollen sich jüngere Vertreter rechtsextremer Verschwörungserzählungen inzwischen insbesondere von Twitch angezogen fühlen, berichtet die "New York Times".

Den in Amazon-Besitz befindlichen Streaming-Dienst beschreibt Kellen Browning, ein Tech-Reporter der US-Zeitung, als "eine neue Mainstream-Basis der Operationen für viele rechtsextreme Influencer". Besonders beliebt sei Twitch insbesondere wegen der integrierten Spendenfunktion während des Streamens. Außerdem sei die Plattform schlicht einer der wenigen Mainstream-Dienste, die den Extremisten nach den breitflächigen Sperren übrig bleibt.

Community-Guidelines

Einem weiteren Bericht zufolge gebe es derzeit mehr als 20 Kanäle, die rechtsextremes Gedankengut und Verschwörungserzählungen verbreiten würden. Manche von ihnen sollen Anhänger Trumps sein, andere Teil der QAnon-Bewegung.

Twitch selbst kündigte an, "schnelle Maßnahmen" gegen Nutzer ergreifen zu wollen, die die eigenen Community-Richtlinien verletzen. Diese wurden erst kürzlich angepasst, um das Verhalten außerhalb der Plattform in Moderationsentscheidungen einzuschließen. Allerdings soll ein Sprecher der Plattform die "New York Times" als "sensationslüstern" bezeichnet haben, berichtet "CNET".

"Die Geschichte hat die umfangreichen Informationen weggelassen, die wir zur Verfügung gestellt haben, um unsere Sicherheitsrichtlinien darzustellen. Das führt die Leser zur Annahme, dass es sich um ein großes Problem handelt, das wir ignorieren. Das ist falsch", sagte ein Sprecher den Reportern am Dienstag. "Die 'New York Times' hat im Laufe ihrer Berichterstattung ein paar Dutzend Accounts identifiziert, die anscheinend mit rechtsextremen Bewegungen in Verbindung stehen – von sieben Millionen Menschen, die jeden Monat auf Twitch streamen." (red, 28.4.2021)