Manchester City steht mit einem Bein im Finale von Istanbul.

Foto: Reuters/BENOIT TESSIER

Hatte Diskussionsbedarf: Neymar.

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Muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben: Pep Guardiola.

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Paris – Manchester City hat einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Finale gemacht. Der englische Tabellenführer feierte am Mittwochabend im Halbfinal-Hinspiel im Parc des Princes bei Vorjahresfinalist Paris St. Germain nach einem 0:1-Rückstand noch einen 2:1-Sieg. Damit hat die Truppe von Coach Josep Guardiola am 4. Mai (21 Uhr) im Heimspiel alle Trümpfe in der Hand.

Starker Beginn von PSG

Danach sah es allerdings über weite Strecken nicht aus. Der französische Serienmeister dominierte vor allem vor der Pause und wurde mit dem Führungstreffer von Kapitän Marquinhos (15.) belohnt. In der zweiten Hälfte drehten die Engländer allerdings mit viel Glück bei beiden Treffern die Partie, Kevin de Bruyne (64.) und Riyad Mahrez (71./Freistoß) trugen sich in die Schützenliste ein. PSG beendete die Partie nach einem rüden Foul von Idrissa Gueye an Ilkay Gündogan, der unverletzt blieb, samt Roter Karte (77.) in Unterzahl. Gueye fehlt seinem Team damit auch kommende Woche.

Die Hausherren nahmen von Beginn an das Heft in die Hand, dominierten das Geschehen nach Belieben und drängten auf die Führung. In der 13. Minute konnte City-Goalie Ederson einen Neymar-Abschluss noch entschärfen. Zwei Minuten später zappelte der Ball aber schon im Netz. Nach einem Di-Maria-Eckball verschaffte sich Marquinhos im Strafraum den nötigen Platz, wurde nicht wirklich gedeckt und köpfelte wuchtig ein. Ederson war ohne Abwehrchance.

Treffer Nummer zwei lag in der Folge in der Luft, das Gefährlichste dabei war ein Paredes-Kopfball bei dem nicht viel fehlte (28.). Wieder waren die Franzosen da nach einer Standardsituation stark. Von den Gästen war in der Offensive gar nichts zu sehen – mit einer Ausnahme. Nach einem PSG-Fehler und Bernardo Silvas Idealzuspiel kam Phil Foden aus bester Position zum Abschluss, scheiterte mit seinem zu zentralen Schuss aber an Keylor Navas (42.).

Starkes Ende von City

Nach Wiederbeginn kamen die Engländer etwas besser in die Partie und hatten in den entscheidenden Momenten auch das Glück auf ihrer Seite. Eine als Flanke gedachte Hereingabe von De Bruyne ging an Freund und Feind vorbei und segelte auch am verdutzten Navas vorbei ins lange Eck. Sieben Minuten später war der Spielverlauf endgültig auf den Kopf gestellt. Bei einem Freistoß von Mahrez aus rund 20 Metern öffneten Kimpembe und Paredes die Mauer, weshalb der Ball neuerlich den Weg ins Tor fand. Navas hatte keine Chance.

Dem noch nicht genug schwächten sich die im Vorjahr im Endspiel den Bayern unterlegenen Pariser auch noch selbst. Gueye trat Gündogan ohne Ball auf die Achillessehne und wurde vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych völlig zurecht ausgeschlossen. Auch deshalb konnte PSG in der Folge nicht mehr zulegen. Der Fokus lag darauf, nicht noch ein drittes Gegentor zu kassieren, was glückte, da ein Schuss von Foden zu schwach und genau auf Navas ausfiel (87.).

City hat nun beste Karten, erstmals unter Guardiola ins Endspiel einzuziehen. Dort war der 50-jährige Spanier bereits mit dem FC Barcelona zweimal erfolgreich. Im Finale könnte Barcelonas Erzrivale Real Madrid warten, der am Dienstag im ersten Halbfinale gegen Chelsea über ein 1:1 nicht hinauskam. (APA; 28.4.2021)

Champions League, Semifinal-Hinspiel, Mittwoch

Paris St. Germain – Manchester City 1:2 (1:0)
Parc des Princes, keine Zuschauer erlaubt, SR Brych (GER)

Torfolge:
1:0 (15.) Marquinhos
1:1 (64.) De Bruyne
1:2 (71.) Mahrez

Paris: Navas – Florenzi, Marquinhos, Kimpembe, Bakker – Gueye, Verratti, Paredes (83. Herrera) – Di Maria (80. Danilo), Mbappe, Neymar

ManCity: Ederson – Walker, Stones, Ruben Dias, Joao Cancelo (61. Sintschenko) – Gündogan, Rodri, De Bruyne – Mahrez, Bernardo Silva, Foden

Rote Karte: Gueye (PSG/78./Foul)

Rückspiel am 4. Mai in Manchester, Aufsteiger im Finale gegen Sieger aus Real Madrid – Chelsea (Hinspiel: 1:1)