Der Tod des 25-jährigen Ahmaud Arbery hatte in den USA für Proteste gesorgt.

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Washington – Im Fall des erschossenen schwarzen Joggers Ahmaud Arbery ist gegen drei im US-Bundesstaat Georgia wegen Mordes angeklagte Weiße zusätzlich Anklage nach Bundesrecht erhoben worden. Ihnen wird auch die Verletzung von Arberys Bürgerrechten und versuchte Entführung aufgrund rassistischer Motive vorgeworfen. Das Justizministerium stuft ihre Vergehen wegen des mutmaßlich rassistischen Beweggrunds als Hassverbrechen ein, damit drohen zusätzlich mehrere Jahre Haft.

Die Angeklagten hätten "Gewalt und die Androhung von Gewalt" genutzt, um den 25-Jährigen wegen seiner Hautfarbe einzuschüchtern, erklärte das Justizministerium. Der 35-Jährige Travis M. muss sich zusätzlich wegen der letztlich tödlichen Schüsse auf Arbery verantworten.

Beim Joggen getötet

Arbery war am 23. Februar vergangenen Jahres beim Joggen in der Stadt Brunswick getötet worden. Die Ermittlungen kamen erst mehr als zwei Monate später richtig in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handyvideo der Tat breite Aufmerksamkeit erlangte. Der inzwischen 65 Jahre alte Gregory M. und sein Sohn Travis wurden daraufhin festgenommen. Den Ermittlern zufolge hatten sie Arbery zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Dem Autopsiebericht zufolge wurde Arbery von zwei Schüssen mit Schrotmunition aus nächster Nähe in die Brust getroffen, ein dritter Schuss streifte sein rechtes Handgelenk.

Der dritte Angeklagte, William R., hatte die Tat den Ermittlern zufolge gefilmt. In einer Gerichtsanhörung zur Anklage in Georgia erklärten sich die drei für nicht schuldig. Ihre Verteidigung argumentiert, die Männer hätten Arbery verfolgt, weil sie ihn für einen Einbrecher gehalten hätten.

Arberys Tod sorgten in den USA für Proteste – die dramatisch eskalierten, als Ende Mai 2020 der Schwarze George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet wurde. (APA, 29.4.2021)