Rom – Die italienischen Pizzerien, die nach den Restriktionen der vergangenen Monate wieder im Freien Kunden bedienen dürfen, bekommen Konkurrenz. Ein Start-up hat auf Roms Piazza Bologna einen Pizzaautomaten aufgestellt, der in gerade einmal drei Minuten frische Pizza backen soll – und das 24 Stunden am Tag. Doch nicht alle freuen sich.

Der Automat fertigt in drei Minuten eine frische Pizza an.
Foto: REUTERS/Yara Nardi

Der Pizza-Automat, der am roten Logo zu erkennen ist, sorgt für Aufruhr. In drei Minuten fertigt er frische Pizza, wählen kann man zwischen vier Sorten: "Margherita", "Diavola" mit Salami, "Pancetta" (Speck) und "Vier Käse". In der vollautomatischen Maschine wird zunächst Mehl mit Wasser vermischt, der Teig wird gepresst, bis er zu einer Scheibe wir. Danach werden Tomatensoße und die Beläge, verteilt. Die Preise variieren zwischen 4,50 Euro und sechs Euro. Man gibt dafür Münzgeld oder Geldscheine ein. Die Maschine knetet und belegt den Teig und die Kunden können hinter einem kleinen Glasfenster beim Backen der Pizza zusehen.

Zustimmung und Entsetzen

Die Technologie, auf die sich "Mr. Go Pizza" stützt, ist auf ein internationales Start-up-Unternehmen zurückzuführen, das im Food-Tech-Bereich tätig ist und den Automaten unter der Marke "Let's Pizza" patentiert hat. An dem Projekt ist auch das Unternehmen Cibolabs aus Bozen beteiligt, das Prototypen und intelligenten Systemen für die Fertigung und den Vertrieb von hochqualitativen Lebensmitteln entwickelt.

Die Maschine knetet und belegt den Teig und die Kunden können hinter einem kleinen Glasfenster beim Backen der Pizza zusehen.
Foto: REUTERS/Yara Nardi

Die Bewertungen der Kunden über die Pizza aus dem Automaten, dem ersten, der italienweit aufgestellt wurde, reichen auf Facebook von "akzeptabel, wenn man es eilig hat" bis hin zu blankem Entsetzen. Viele Kunden beklagen die kleine Dimension der Pizza für den Preis. "Der Pizza-Imbiss an der Ecke ist konkurrenzfähiger", kommentierte ein römischer Student, der die Pizza aus der Maschine testete.

Nationale Identität

Die Pizza aus dem Automaten ist ein rotes Tuch vor Augen der neapolitanischen Pizzabäcker, die seit Jahren um die Bewahrung der langen Tradition der Pizza-Hersteller kämpfen. In der Heimat der "Pizza Margherita" wird die Angelegenheit durchaus ernst genommen. Die Pizzabäcker meinen jedoch, dass der Pizza-Automat keine Zukunft in Italien haben wird.

Vor der Pandemie wurden in Italien täglich acht Millionen Pizzen konsumiert.
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Die Pizza, weltweites Markenzeichen der italienischen Küche und ein Stück nationaler Identität, ist auch ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft im Land. In 127.000 Lokalen in Italien wird Pizza verkauft. Vor der Pandemie wurden in dem Land täglich acht Millionen Pizzen konsumiert.

Die größten Pizzafans der Welt sind die US-Amerikaner, die jährlich 13 Kilogramm Pizza pro Person konsumieren. Die Italiener besetzen Platz zwei im internationalen Ranking mit einem durchschnittlichen Jahreskonsum von 7,6 Kilo pro Kopf, geht aus einem Bericht des Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor. Die Österreicher sind Europas Schlusslicht mit einem Jahreskonsum von 3,3 Kilogramm Pizza pro Kopf. (APA, 7.5.2021)