Machtdemonstration.

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Egan Bernal flossen Tränen über das Gesicht, nach der Fahrt ins Rosa Trikot des Giro d'Italia überkamen den früheren Tour-Sieger die Emotionen. "Ich kann gar nicht glauben, was gerade passiert ist", sagte Bernal mit gebrochener Stimme: "Es ist noch ein weiter Weg. Aber ich habe viele Opfer gebracht, um dahin zu kommen, wo ich bin. Es hat sich alles gelohnt."

Mit einem beeindruckenden Angriff im Schotter-Finale der 158 km langen neunten Etappe in Campo Felice war der 24-Jährige vom Team Ineos-Grenadiers zur Gesamtführung gestürmt.

Die Entscheidung fiel auf der unbefestigten Straße vor dem Ziel. Bernal attackierte, fing zwei Ausreißer noch ab und setzte sich entscheidend von seinen Rivalen ab. Der bisherige Gesamtführende Attila Valter (Ungarn/Groupama-FDJ/+0:43) rutschte auf Rang fünf ab. Erster Verfolger Bernals ist Belgiens Supertalent Remco Evenepoel (Deceuninck-Quick Step/+ 0:15).

Für Bernal war es der erste Tageserfolg seit August des Vorjahres. Bei der Tour de France hatte der Kolumbianer die erfolgreiche Titelverteidigung aufgrund anhaltender Rückenprobleme verpasst. Er stieg noch vor dem Finale in Paris aus.

Der Österreicher Felix Großschartner hatte als 33. 1:16 Minuten Rückstand auf Bernal, sein Landsmann Matthias Brändle erreichte Campo Felice als 114. (+25:14).

GCN Racing

Mohoric stürzte bei einer Abfahrt

Überschattet wurde die neunte Giro-Etappe von einem schweren Sturz von Matej Mohoric. Der Slowene vom Team Bahrain-Victorious kam in einer Abfahrt kopfüber zu Fall und musste für radiologische Untersuchungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, gab am Abend aber selbst Entwarnung. "Ich bin okay", twitterte er: "Ich hatte Glück. Keine Brüche, leichte Gehirnerschütterung und momentan keine Kopfschmerzen."

Am Montag dürfte auf der mit 139 km vergleichsweise kurzen Etappe von L'Aquila nach Foligno wieder die Stunde der Sprinter schlagen. Am Dienstag steht der erste Ruhetag an. (sid, APA, red, 16.5.2021)

Ergebnisse Giro d'Italia vom Sonntag:

9. Etappe: Castel di Sangro – Campo Felice (158 km): 1. Egan Bernal (COL) Ineos 4:08:23 Std. – 2. Giulio Ciccone (ITA) Trek +7 Sek. – 3. Aleksander Wlasow (RUS) Astana gl. Zeit – 4. Remco Evenepoel (BEL) Deceuninck +10 – 5. Daniel Martin (IRE) Israel gl. Zeit – 6. Damiano Caruso (ITA) Bahrain +12. Weiter: 25. Attila Valter (HUN) Groupama +0:49 Min. – 33. Felix Großschartner (AUT) Bora +1:16 – 141. Matthias Brändle (AUT) Israel Start-up Nation +25:14

Gesamtwertung: 1. Bernal 35:19:22 Std. – 2. Evenepoel +15 Sek. – 3. Wlasow +21 – 4. Ciccone +36 – 5. Valter +43 – 6. Hugh Carthy (GBR) EF +44. Weiter: 51. Großschartner +32:18 Min. – 144. Brändle +1:32:12 Std.