Full-Self-Driving ist eine 10.000 Dollar teure optionale Funktion für die US-amerikanischen Elektroautos.

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Die kalifornische Kraftfahrzeugbehörde DMV untersucht den Elektroautobauer Tesla wegen Elon Musks Behauptungen über die Full-Self-Driving-Technologie (FSD) seines Unternehmens. Das berichtete die US-Zeitung "LA Times". Vor wenigen Tagen wurde erst bekannt, dass Tesla-Ingenieure gegenüber der DMV zugegeben haben, dass Musk auf sozialen Medien bezüglich des Funktionsumfangs des FSD-Systems übertrieben hat.

Full-Self-Driving ist eine 10.000 Dollar teure optionale Funktion für die US-amerikanischen Elektroautos. Diese soll laut dem Unternehmen selbstständig Spuren wechseln können, Abfahrten erkennen und an Ampeln oder Schildern anhalten können. Allerdings macht sie all das nicht "vollständig" autonom. Tesla arbeitet derzeit nämlich noch mit der Autonomiestufe zwei, sagte der Leiter der Autopilot-Software, CJ Moore, gegenüber DMV-Ermittlern in einer Telefonkonferenz am 9. März.

Schuldzuweisung und Sanktionierung

"Das Verhältnis der Fahrerinteraktionen müsste in der Größenordnung von ein oder zwei Millionen Meilen pro Fahrerinteraktion liegen, um in höhere Automatisierungsstufen vorzudringen", liest man in einem von Plainsite erhaltenen Memo des Treffens.

Grundsätzlich schreibt das kalifornische Recht die Schuld für Unfälle derjenigen Person zu, die hinter dem Steuer sitzt. Allerdings habe das DMV die Befugnis, auch Automobilunternehmen zu bestrafen, wenn diese ihre Kunden in die Irre führen, berichtet Engadget. Strafen können dabei offenbar die Aussetzung oder den Widerruf der Einsatzgenehmigung autonomer Technologien beinhalten. Außerdem können auch Herstellungs- und Händlerlizenzen entzogen werden.

Klagen über Klagen

Für Fahrer könnte das bedeuten, dass ihre Fahrzeuge "von Polizeibeamten von der öffentlichen Fahrbahn entfernt werden könnten", sollten diese bemerken, dass FSD aktiviert ist, erklärte ein DMV-Sprecher gegenüber den "LA Times". Unabhängig davon sieht sich das Unternehmen derzeit mit zahlreichen Klagen konfrontiert, unter anderem prüft die US-Verbraucherschutzbehörde FTC Vorwürfe wegen irreführenden Marketings. (mick, 18.5.2021)