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Das Gipfeltreffen der wirklich mächtigen Firmenbosse dieser Welt beim CEO Summit des Wall Street Journal (WSJ) hat enthüllt, was wir alle bedenken müssen: Schnell nur instinktiv die Hand heben bei der Frage, wer künftig hauptsächlich aus dem Homeoffice arbeiten will, sollten wir nicht.

Zu glauben, dass jetzt, nach mehr als einem Jahr Pandemie und erzwungener Remote-Work, alles in der neuen, selbstbestimmten Arbeitswelt gelandet ist, dürfte eher unangenehm enden. Oder sich als gewisse Naivität herausstellen. Verschiedene Interessen spielen da von ganz oben in der Firmenleitung dagegen.

Ein geschäftliches Interesse mag diese Aussage getrieben haben: "Wer wirklich engagiert ist, will mindestens zwei Drittel der Arbeitszeit im Büro sein", hieß es bei diesem Gipfeltreffen aus dem Wework-Konzern, einem großen Anbieter von Büroflächen und Coworking-Spaces.

Eventuelle Führungsprobleme könnten David Solomon, CEO von Goldman Sachs, dazu gebracht haben zu sagen, dass Homeoffice ein "Irrweg ist, den wir so schnell wie möglich korrigieren werden". Wer wirklich reinhackeln will, für den funktioniert Homeoffice sowieso nicht, postulierte wiederum JP Morgan.

Die Aufregung, berichtet das WSJ, über so viel Meinungsklarheit zu Menschen, die wirklich gerne selbstbestimmt arbeiten wollen, hat enorm viel Aufregung erzeugt. Klar sind die CEOs daraufhin ein Stückchen verbal zurückgerudert und meinten, sie wollten sicher niemanden abwerten. Ein guter Rat ihrer PR-Strategen. Übrig bleibt so oder so: Homeoffice könnte ein Stigma werden. (Karin Bauer, 31.5.2021)