Die Palmen auf Las Vegas' berühmtem Strip werden auch in Zukunft eher nicht als "unnütz" eingestuft.

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Wer mit dem Flugzeug über die US-Wüstenmetropole Las Vegas und ihre ausgedehnten Vororte fliegt, kann das Problem erkennen, dem sich der Bundesstaat Nevada nun per drastischer Maßnahme stellen will: Der Lake Mead, ein Stausee am Colorado River, der den Großraum Las Vegas mit Wasser versorgt, wird seichter und seichter.

Um des schon jetzt chronischen Wassermangels in der dichtbesiedelten Region Herr zu werden, geht Nevadas Gouverneur Steve Sisolak nun einen ungewöhnlichen Schritt: Wie die AP berichtet, müssen 31 Prozent der Rasenflächen im Großraum Las Vegas mit seinen 2,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2027 umgebaut werden, weil sie durch die Bewässerung zu viel Wasser verbrauchen.

Der Nutzen der auf den ersten Blick drakonischen Maßnahme liegt für die Lokalpolitik auf der Hand: Werden 16 Quadratkilometer "ungenutzten Rasens", wie es im Gesetz heißt, nicht mehr bewässert, spart sich Nevada ganze zehn Prozent seines Wasserverbrauchs – in Zeiten zunehmender Dürre keine kleine Menge, wie es heißt: "Es ist die größte Herausforderung, die wir für die nächste Generation stemmen müssen. Wir müssen bewusster mit unseren Ressourcen umgehen, vor allem mit Wasser", sagte Sisolak.

Pionierstaat im Westen

Während andere US-Bundesstaaten und -Städte schon jetzt bewässerungsintensive Rasenflächen wie jene auf Verkehrsinseln oder vor Bürogebäuden verbieten, nimmt Nevada – und dort die südliche Region rund um die Kasinometropole – eine Pionierstellung ein: Erstmals geht ein ganzer Bundesstaat gegen "unnütze" Rasenflächen vor. Bisher griffen die Behörden Bauunternehmen großzügig mit Subventionen unter die Arme, wenn sie, anstatt Rasen zu verlegen, "trockenheitstolerante Flächen" planten. Das, so Gouverneur Sisolak, reicht nun nicht mehr.

Nun hoffen die Politikerinnen und Politiker in Nevada, dass es andere Staaten im zunehmend trockenen Westen der USA ihnen gleichtun. Denn auch Arizona, Kalifornien, Colorado, New Mexico, Utah und Wyoming hängen, was die Wasserversorgung betrifft, am Tropf des Colorado River. Und der trocknet immer mehr aus. (red, 8.6.2021)