Berlusconi und Salvini wollen gemeinsame Sache machen. Giorgia Meloni will lieber in harter Opposition bleiben (von links).

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Rom – Italiens rechte Lega um Ex-Innenminister Matteo Salvini und die konservative Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi planen den Zusammenschluss ihrer Parteien bis zur Parlamentswahl, die spätestens 2023 stattfinden wird. Als erster Schritt soll ein Bündnis der Mitte-rechts-Parteien im Parlament aus der Taufe gehoben werden, das die Regierung von Premier Mario Draghi unterstützt, kündigte Salvini an.

Schritt für Schritt

"Berlusconi hat sogar eine einzige Mitte-rechts-Partei vorgeschlagen, doch ich habe mir Zeit gelassen. Man kann in zwei Wochen keine gemeinsame Partei erfinden", sagte Salvini auf Rai 1 am Dienstagabend. Laut Salvini würde Berlusconi in dem Mitte-rechts-Bündnis eine "fundamentale Rolle" spielen.

"Ich wünsche mir, dass das Mitte-rechts-Lager eine stabile Kraft ist. Je früher wir uns zusammenschließen, desto besser ist es. Der erste Schritt ist eine Zusammenarbeit der Fraktionen im Parlament. Natürlich würde ich mir wünschen, dass bei der Parlamentswahl 2023 eine einzige Mitte-rechts-Kraft ins Rennen geht", so Salvini.

Ohne Meloni

Die Rechtspartei Fratelli d'Italia von Giorgia Meloni, die einzige Oppositionspartei im Parlament, will sich Salvinis Föderation nicht anschließen. Meloni hofft, mit harter Opposition gegen das Kabinett Draghi in Hinblick auf die Parlamentswahl zu punkten.

Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWG liegt Fratelli d'Italia derzeit auf Platz zwei. Melonis Partei würde, sollte es zu Neuwahlen kommen, auf 20,1 Prozent der Stimmen kommen, ergab die wöchentliche Umfrage des Instituts. (APA, 9.6.2021)