Biden und Putin treffen am 16. Juni in Genf aufeinander.

Foto: AFP/SERGEI ILYIN

Washington – Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Joe Biden sieht Kremlchef Wladimir Putin das Verhältnis zu den USA in einer schweren Krise. "Wir haben eine bilaterale Beziehung, die in den letzten Jahren ihren Tiefpunkt erreicht hat", sagte Putin in einem in der Nacht auf Samstag veröffentlichten Ausschnitt eines Interviews mit NBC News nach einer Übersetzung des Senders. Biden und Putin treffen am 16. Juni in Genf aufeinander.

Biden unterscheide sich radikal von seinem Vorgänger Donald Trump, den Putin als "außergewöhnlich und talentiert" beschrieb. Biden dagegen sei ein "Karrieremensch", der praktisch sein ganzes Erwachsenenalter in der Politik verbracht habe, sagte Putin der Übersetzung zufolge. Mit Blick auf Biden sagte der Kremlchef zudem, es gäbe einige Vor- und einige Nachteile, aber sicher keine impulsiven Handlungen im Namen eines US-Präsidenten.

Große Differenzen

Nach Bidens in einem Interview geäußerter Zustimmung für das Wort "Killer" im Zusammenhang mit dem russischen Präsidenten befragt, antwortete Putin, er habe schon Dutzende solcher Anschuldigungen gehört. "Dies ist wirklich nichts, über das ich mir irgendwie Sorgen mache." Darüber hinaus bestritt er jedes Wissen über Hackerangriffe auf die USA.

Der US-Präsident hatte am Mittwoch gesagt, die USA wollten eine "stabile, vorhersehbare Beziehung" und suchten nicht den Konflikt mit Russland. Das Weiße Haus betont immer wieder, Putin mit dem Treffen nicht belohnen zu wollen und dass ein persönliches Gespräch wegen der Differenzen zwischen den Ländern besonders wichtig sei. (APA, 12.6.2021)