Pohjanpalo traf, hielt sich aber wie auch seine Teamkollegen beim Torjubel zurück.

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Kopenhagen – Debütant Finnland hat bei der Fußball-EM das nach 1:48 Stunden Unterbrechung fortgesetzte Spiel der Gruppe B gegen Dänemark mit 1:0 (0:0) gewonnen. Joel Pohjanpalo erzielte das Goldtor (59.).

Das Match war in der 43. Minute unterbrochen worden, nachdem der dänische Mittelfeldspieler Christian Eriksen kollabierte und reanimiert werden musste. Nach dessen Stabilisierung hätten sich beide Teams zu einer Fortführung der Partie entschieden, teilte die UEFA mit.

Wiederanpfiff

Beide Mannschaften wollten nach Bekanntwerden der Nachricht, dass Eriksen das Bewusstsein erlangt habe, weiterspielen. Vor dem Wiederanpfiff versammelten sich die dänischen Spieler im Kreis und hielten einige Momente inne. Für Eriksen wurde Mathias Jensen eingetauscht. Es wurden zunächst noch vier Minuten aus der ersten Hälfte gespielt, ehe eine fünfminütige Pause und der Seitenwechsel erfolgten.

Unmittelbar nach dem Kollaps Eriksens standen Spieler, Trainer und die 15.900 Zuschauer im Parken-Stadion sichtlich unter Schock. Einige dänische Teamkollegen versuchten den Behandelten abzuschirmen, bildeten einen Kreis rund um ihn. Nach gut zehn Minuten verließen die finnischen Spieler den Rasen. Die Fans reagierten beim Abtransport von Eriksen mit Applaus. Finnische Anhänger skandierten "Christian", worauf die dänischen Zuschauer mit "Eriksen"-Rufen antworteten.

Kein berühmter Elfmeter.
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Elfmeter vergeben

Spielerisch schlugen sich die Dänen nach dem Vorfall tapfer, waren die gesamte Spielzeit die aktivere Mannschaft. EM-Debütanten Finnland setzte in der Offensive praktisch keine Akzente. Allerdings nur bis zum Treffer, der quasi aus dem Nichts fiel. Denn der bei Union Berlin kickende Pohjanpalo köpfelte in der 60. Minute eine Flanke von Jere Uronen zum ersten Tor für "Suomi" in der EM-Geschichte ein.

In der 74. Minute ließ ein Strafstoß Hoffnung bei den Dänen aufkommen. Paulus Arajuuri brachte Yussuf Poulsen im Strafraum zu Fall, die Schiedsrichterentschiedung hielt der Videoüberprüfung stand. Pierre-Emile Hojbjerg scheiterte aber mit seinem Versuch in die rechte untere Ecke, die Finnlands Goalie Lukas Hradecky richtig antizipiert hatte. In der Schlussphase drückte Dänemark weiter auf den Ausgleich und fand auch eine weitere Riesenchance vor. Jannik Vestergaard brachte den Ball flach vor das Tor, Arajuuri verhinderte einen Abschluss von Andreas Olsen knapp (81.).

Dänemark überlegen, Finnland trifft

Das Match hatte schon vor dem Vorfall mit einer klaren Feldüberlegenheit der Dänen begonnen. Aus den teils guten Gelegenheiten schlugen die Hausherren aber kein Kapital. Dafür mitverantwortlich war – wie später beim Elfmeter – Hradecky. Der finnische Schlussmann machte etwa Chancen von Jonas Wind (7.) und Eriksen (18.) zunichte. In der 15. Minute verhinderte Hradecky mit einer Glanzparade den dänischen Führungstreffer nach einem wuchtigen Kopfball von Hojbjerg. Schüsse von Thomas Delaney (22.) und Martin Braithwaite (25.) verfehlten jeweils ihr Ziel. Eriksen wurde zum Star des Spiels gewählt.

Finnland ist mit drei Punkten erster Tabellenführer in Gruppe B. Abseits des Geschehens in Kopenhagen hatte das Spiel aus einem weiteren Grund historische Züge: ORF-Kommentatorin Anna-Theresa Lallitsch, die als erste Frau im österreichischen Fernsehen ein Fußball-Großereignis der Männer kommentierte, kam dabei zu einer äußerst herausfordernden Premiere. (APA, 12.6.2021)

Dänemark – Finnland 0:1 (0:0). Kopenhagen, Parken-Stadion, SR Taylor/ENG.

Tor: 0:1 (60.) Pohjanpalo

Dänemark: Schmeichel – Wass (76. Stryger), Kjaer (63. Vestergaard), Christensen, Maehle – Eriksen (43. Jensen), Hojbjerg, Delaney (76. Cornelius) – Poulsen, Wind (63. Skov), Braithwaite

Finnland: Hradecky – Toivio, Arajuuri, O'Shaughnessy – Sparv (77. Schüller) – Raitala (90. Väisänen), Lod, Kamara, Uronen – Pohjanpalo (84. Forss), Pukki (77. Kauko)

Gelbe Karten: Keine bzw. Lod, Sparv

Anm.: Finnland-Torhüter Hradecky hält Elfmeter von Hojbjerg (74.)

Anm.: Das Spiel wurde nach einem Kollaps von Dänemarks Christian Eriksen für 1:48 Stunden unterbrochen und nach einer in einer Krisensitzung getroffenen Entscheidung um 20:30 Uhr wieder aufgenommen.