Bisserl gewöhnungsbedürftig, die türkisen Hosen und Stutzen zum schwarzen Leiberl, die unser siegreiches Fußball-Nationalteam gegen Nordmazedonien trug. Aber auf Twitter legten einige Gläubige diese Dressen als "unsere Glücksfarbe" aus, bzw. "Türkis gewinnt", also sozusagen als die Basti-Version von "in hoc signo vinces" (In diesem Zeichen wirst du siegen) – aber der Österreichische Fußballbund sagt, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Warum genau seit 2019 Schwarz-Türkis und nicht Schwarz, Weiß oder Rot verwendet wird, hat sich nicht klären lassen. Auch nicht vom ÖFB-Präsidenten, der als ÖVP-nahe gilt.

Bisserl gewöhnungsbedürftig, die türkisen Hosen und Stutzen zum schwarzen Leiberl.
Foto: REUTERS/Daniel Mihailescu

Jedenfalls sind die "Farben der Republik Österreich rot-weiß-rot". Das steht so in der Verfassung, ebenso wie die Beschreibung des Bundesadlers: "Das Wappen der Republik Österreich besteht aus einem freischwebenden, einköpfigen, schwarzen, golden gewaffneten und rot bezungten Adler, dessen Brust mit einem roten, von einem silbernen Querbalken durchzogenen Schild belegt ist."

Zumindest auf den Trainingsdressen der Nationalmannschaft ist aber der Bundesadler einfärbig in Türkis gehalten. Und zwar seit November 2019, zwei Monate nachdem Türkis die Wahl gewonnen hatte. Beim Match gegen Nordmazedonien trugen unsere Spieler die Flaggen der beiden Staaten auf der Brust, aber die sonstige Montur war schwarz-türkis. Zufall – oder verwechselt da jemand Österreich mit einer Partei? (Hans Rauscher, 14.6.2021)