Trat spät, dafür dann aber gleich zweimal in Erscheinung: Christiano Ronaldo.

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Nach dem Schlusspunkt völlig losgelöst: CR7.

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Budapest –Auch ein Cristiano Ronaldo muss sich manchmal gedulden. Bis zur 85. Minute schien Portugal mit einem 0:0 gegen Ungarn in die EM zu starten, man fühlte sich schon an die Gruppenphase 2016 erinnert, als der spätere Europameister mit drei Unentschieden ins Achtelfinale holperte. Nach dem spät fixierten 3:0-Sieg gegen die Magyaren ist diese Punktezahl schon jetzt erreicht.

In der Puskás Aréna bot sich eine Kulisse, wie sie in Europa lange nicht zu sehen war. 61.000 Fans sorgten für ein echtes Heimspiel. Über weite Strecken sahen sie aber nur einen Péter Gulácsi, der über sich hinauswachsen musste.

Erst in der 80. Minute brachen die Fanhorden in Jubel aus, nachdem Szabolcs Schön getroffen hatte. Der war davor aber einen guten Meter im Abseits gestanden. Dass der Schiedsrichterassistent mit dem Wacheln lange gewartet hatte, goutierten die Anhänger gar nicht.

Späte Torflut

Fünf Minuten später, nun ja, passierte das erste Tor. "Es ist kein schöner Treffer", kommentierte Oliver Polzer im ORF; mag sein, dass in mindestens einer österreichischen Zeitungsredaktion das Wort "grindig" fiel. Rafa Silvas abgefälschter Querpass war bei Raphaël Guerreiro gelandet, dessen Direktabnahme wurde auch abgefälscht und kullerte unhaltbar ins Tor.

Die nächste Szene: Willi Orbán foult Rafa auf dem Weg zum Tor. Klarer Elfer, also Einsatz für Ronaldo. Der schießt sein zehntes Tor bei einer Euro, das ist Rekord. Einziger Schönheitsfehler: Er brauchte dafür 22 Spiele, Michel Platini brauchte für seine neun Goals fünf Partien. Man kann das freilich auch anders sehen und betonen, dass "CR7" als einziger Kicker bei fünf Europameisterschaften getroffen hat.

Ein Ronaldo kann vielleicht geduldig sein, aber nicht zufrieden. Also überspielte er in der Nachspielzeit nach einem Doppelpass mit Rafa Ungarn-Goalie Gulacsi und legte sein EM-Tor Nummer elf nach. "Das Wichtigste war, zu gewinnen", sagte Ronaldo dann doch ein bisschen zufrieden. "Jetzt müssen wir so weitermachen und auch das nächste Spiel gewinnen." (schau, 15.6.2021)

Fußball-EM, Gruppe F, 1. Runde:

Ungarn – Portugal 0:3 (0:0). Budapest, Puskas Arena, 61.000, SR Cakir/TUR

Tore:
0:1 (84.) Guerreiro
0:2 (87.) Ronaldo (Foul-Elfmeter)
0:3 (92.) Ronaldo

Ungarn: Gulacsi – Lovrencsics, Botka, Orban, At. Szalai, Fiola (88. K. Varga) – Kleinheisler (78. Siger), Nagy (95. R. Varga), Schäfer (65. Nego) – Ad. Szalai, Sallai (77. Schön)

Portugal: Patricio – Semedo, Dias, Pepe, Guerreiro – Danilo, Carvalho (81. Sanches), Fernandes (89. Moutinho) – Ronaldo, Jota (81. A. Silva), B. Silva (71. R. Silva)

Gelbe Karten: Orban, Nego bzw. Dias