Die Videos wurden auf Pornoseiten verbreitet.

Foto: getty

Ein Gericht in Kalifornien hat rund um die Causa des Pornostudios Girls Do Porn ein Urteil gefällt: Der Darsteller Ruben Andre G., der in den meisten Videos zu sehen war, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich zuvor der sexuellen Ausbeutung durch Gewalt, Täuschung und Überredung schuldig bekannt, wie "Vice" berichtet.

Gegen das Studio werden bereits seit einiger Zeit Ermittlungen geführt, im Jahr 2019 wurden die Inhaber des Studios für schuldig erkannt, 22 Frauen durch Druck und Lügen zum Sex vor der Kamera bewogen zu haben. Die Entscheidung beruhte auf den Aussagen von mehr als 20 Frauen, die sich anonym dazu geäußert hatten, wie ihnen durch das Unternehmen Schaden zugefügt worden war.

Lügen

Das Gesicht von G. war in den Aufnahmen nie zu sehen. Er hatte gemeinsam mit anderen die Betroffenen glauben lassen, ihre Videos würden nicht so breit an die Öffentlichkeit gelangen, wie es letztlich der Fall war. So hatte man den Frauen versprochen, dass nur einzelne private Sammler im Ausland sie erhalten würden.

Stattdessen landeten sie auf der Webseite des Studios und auf Seiten wie Pornhub – wo sie mehrere Millionen Zugriffe generierten. In den Kommentaren wurden viele der Frauen gedoxxt, ihre wahre Identität also öffentlich gemacht. Das wiederum führte zu Problemen in ihrem Alltag – etwa im Berufsleben oder in der Ausbildung. Einige der Frauen geben an, deswegen mit Suizidgedanken gekämpft zu haben.

Druck

G. hatte sich zuerst für nicht schuldig bekannt, änderte das aber im Jahr 2020, um eine Strafminderung zu erhalten. Er gab etwa zu, gemeinsam mit seinen Kollegen die Tür blockiert zu haben, wenn die betroffenen Frauen gehen wollten. Außerdem drohten sie ihnen, ihren Heimflug zu stornieren, sie zu klagen oder sogar die bereits erstellten Aufnahmen online zu veröffentlichen – was später sowieso geschah.

Einer der Gründer von Girls Do Porn, Michael Pratt, flüchtete nach seiner Anklage aus den USA. Er steht aktuell auf der Most-Wanted-Liste des FBI, auf ihn ist ein Kopfgeld von 10.000 Dollar bei Hinweisen, die zur Festnahme führen könnten, ausgesetzt. (muz, 15.6.2021)