Ronaldo und Benzema herzten sich nach Schlusspfiff.

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Mit dem 2:2 im direkten Duell sind Frankreich und Portugal ins EM-Achtelfinale eingezogen. Zu verdanken haben das die beiden Turnierfavoriten ihren beiden Starstürmern: Cristiano Ronaldo und Karim Benzema trafen jeweils per Doppelpack. Ersterer stellte mit seinem 108. und 109. Tor für Portugal die Bestmarke des Iraners Ali Daei ein. Der lange aussortierte Franzose wiederum traf erstmals nach 2.085 Tagen oder mehr als fünfeinhalb Jahren wieder für "Les Bleus".

Welt- und EM-Rekord

"Ronaldo ist Gott", titelte die portugiesische Boulevard-Zeitung Correio da Manha. "CR7 festigt die Legende und stellt den Weltrekord ein." Auch Österreichs Angreifer Marko Arnautovic hält den 36-Jährigen für ein überirdisches Wesen. "Wenn du seinen Namen sagst, dann reden wir gar nicht mehr über Menschen", sagte er am Donnerstag.

Daei gratulierte prompt. "Ich fühle mich geehrt, dass diese bemerkenswerte Leistung Ronaldo gehört", schrieb der 52-Jährige auf Instagram und würdigte Ronaldo als "großen Champion des Fußballs" sowie "fürsorglichen Humanisten, der Leben auf der ganzen Welt inspiriert und beeinflusst". Nur Kanadas Fußball-Ikone Christine Sinclair (bislang 186 Tore) ist wohl selbst für Ronaldo ewig unerreichbar, doch das wird er verschmerzen können.

Ronaldo gab sich indes bescheiden. "Gratulation an das Team! Danke an alle für die bedingungslose Unterstützung", postete der Stürmer von Juventus Turin auf Instagram. Er weiß schließlich, dass er ohne die Mannschaft nicht bereits auf fünf Turniertore gekommen wäre. Und er hätte im Alleingang auch kaum die Spitze der ewigen EM-Torjägerliste erklommen, die er nun mit 14 Tore bei fünf Teilnahmen anführt.

Benzema ist Druck gewohnt

Benzema, von 2009 bis 2018 Teamkollege Ronaldos bei Real Madrid und mit ihm gemeinsam viermaliger Champions-League-Sieger, ließ indes die Kritiker verstummen, die nach seinem Comeback in der Equipe Tricolore endlich Tore gefordert hatten.

"Jeder hat auf dieses Tor gewartet nach sechs Jahren", sagte Benzema, aber ich bin ein Spieler, der diesen Druck gewohnt ist." Erst kurz vor dem EM-Turnier war der 33-Jährige zurückgekehrt, nachdem er 2015 wegen einer angeblichen Verwicklung in einen Erpressungsskandal verbannt worden war. Nach zwei Test- und zwei EM-Spielen ohne Treffer lobte ihn die heimische Presse am Donnerstag: "Frankreich wird durch Benzema getragen", schrieb Liberation. Die Tageszeitung "L'Equipe" konstatierte: "Die Maschine läuft wieder."

Gemeinsamer Weg

Die beiden Torschützen Ronaldo und Benzema nahmen sich nach dem Schlusspfiff freundschaftlich in den Arm. Der Portugiese schenkte seinem Konkurrenten bereits in der Halbzeit sein legendäres Trikot mit der Nummer sieben. Und vielleicht sehen sie sich im Turnierverlauf ja sogar wieder.

Portugal trifft nun im Achtelfinale am Sonntag (21 Uhr) in Sevilla auf Belgien, Frankreich muss am Montag (21 Uhr) in Bukarest gegen die Schweiz ran. Darüber sprach Benzema bei seinem Plausch mit Ronaldo aber noch nicht. "Es ist immer schön, ihn zu sehen, weil wir einen langen Weg gegangen sind", sagte der Franzose: "Wir haben über normale Dinge geredet. Alles ist gut und wir wünschen uns viel Glück im Klub und mit dem Nationalteam." (APA, sid, red, 24.6.2021)