Messi dürfte bleiben.

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Barcelona / Buenos Aires – Die Zukunft von Fußball-Superstar Lionel Messi bleibt vorerst offen. Das neue Vertragsangebot des FC Barcelona, Messis Verein seit Jugendtagen, verzögert sich nach Angaben des neuen Club-Präsidenten Joan Laporta. Der Grund dafür seien die Finanzkontrollen der spanischen Fußballliga, sagte Laporta am Donnerstag. Der Vertrag Messis mit Barça war am Mittwoch zu Mitternacht ausgelaufen.

Positive Signale

Laporta versuchte jedenfalls, die Fans des Vereins zu beruhigen. "Es läuft gut, er will bleiben und wir unternehmen alle Anstrengungen, um dies sicherzustellen. Aber wir müssen es mit dem finanziellen Fairplay der Liga in Einklang bringen", sagte Laporta am Donnerstag dem spanischen Radiosender Onda Cero. "Es gibt viele Optionen und wir überlegen, welche die beste für beide Seiten ist. Aber wir wollen, dass er bleibt und er auch. Wir wollen ihm die wettbewerbsfähigste Mannschaft geben."

La Liga führte 2013 Finanzkontrollmaßnahmen ein. Demzufolge gibt es für jeden Verein einen Höchstbetrag, den ein Club für seinen Kader und seinen Trainerstab ausgeben kann. Der Betrag ist abhängig von den Vereinseinnahmen. Barcelona hatte laut einer Deloitte-Studie zuletzt die höchsten Einnahmen im Weltfußball, obwohl die Einnahmen im vergangenen Jahr aufgrund der Auswirkungen der Coronapandemie um 125 Millionen Euro gesunken sind.

Budget geschrumpft

Zu Beginn der Saison 2019/20 wurde dem Großclub von der Liga ein maximales Budget von 1,47 Milliarden Euro zugewiesen, das in der letzten Saison auf 733 Millionen geschrumpft ist und nach einer ganzen Saison ohne Ticketverkauf und einem gedrückten Transfermarkt voraussichtlich noch weiter sinken wird. Wenn Barcelona einen neuen Vertrag für Messi auf die Beine stellen will, wird der Verein anderswo Lohnkosten senken müssen.

Laut Medien soll ein langfristiger Vertrag im Raum stehen. Laut "Marca" soll Messi für zwei weitere Jahre im Camp Nou verlängern, für 50 Millionen Euro brutto. Dann soll er weitere zehn Jahre als Club-Botschafter fungieren. Zudem könnte er dann seine Karriere, wenn er denn will, im Ausland ausklingen lassen.

Interesse aus Paris und Manchester

Der 34-jährige Argentinier könnte aber nach 17 Spielzeiten in Barcelona auch ablösefrei wechseln. Der sechsfache Weltfußballer gewann mit Barca 35 Titel, darunter viermal die Champions League, zehnmal die Meisterschaft, siebenmal die Copa del Rey und achtmal den spanischen Supercup. Nach Berichten französischer und spanischer Medien ist vor allem Paris Saint-Germain an einer Verpflichtung des Ausnahmekönners interessiert. Auch der von Messis Ex-Trainer Pep Guardiola gecoachte englische Meister Manchester City soll Interesse haben.

Rekordhamster

Obwohl Messi gegen seinen Willen bleiben musste, glänzte er in dieser Saison wieder und wurde mit 30 Treffern zum achten Mal Torschützenkönig in La Liga. Er hält alle wichtigen Rekorde des Vereins: Messi ist der Barça-Spieler mit den meisten Toren (672), den meisten Spielen (778), den meisten Titeln und den meisten Siegen in der 121-jährigen Geschichte des Clubs.

Der Argentinier kam im September 2000 im Alter von 13 Jahren zum FC Barcelona, als er mit seiner Familie von Argentinien nach Spanien auswanderte, um sein Glück in der Jugendakademie des Vereins zu suchen. Sein Profidebüt für Barça gab er am 16. Oktober 2004. (APA, dpa, red, 1.7.2021)