Uns allen macht das heiße Wetter aktuell sehr zu schaffen. An vielen Orten der Welt purzeln Hitzerekorde, weil die Folgen des Klimawandels die Hitze an immer neue Orte bringen oder entstehen lassen. Um gegen die zu hohen Temperaturen etwas zu tun, müssen die Menschen zunächst einmal die Klimaerwärmung in den Griff bekommen. Wer beim Nachdenken über die richtigen Rezepte dafür aber dennoch einen kühlen Kopf bewahren will, schaut sich am besten ein paar Tipps aus Regionen der Welt an, wo es schon länger im Sommer richtig heiß ist.

Da sind etwa die griechischen Inseln. Falls du schon einmal in Griechenland warst, ist es dir vielleicht aufgefallen: Fast alle Häuser sind weiß.

Im griechischen Santorin gibt es jede Menge weißer Häuser.
Foto: Foto: Reuters / Alkis Konstantinidis,

Bei uns in Österreich hingegen gibt es auch zahlreiche andere Farben. Vor allem auf den Dächern ist viel Rot zu finden. Im hohen Norden, in Schweden oder Finnland sind oft überhaupt die Häuser dunkelrot. Warum ist das so?

Bunte und dunkle Flächen absorbieren sehr viel Sonnenlicht und Wärme. Das heißt, sie nehmen sehr viel Energie von den Sonnenstrahlen auf. Bei weißen Oberflächen prallen die Sonnenstrahlen dafür eher ab. Weil es in nördlichen Ländern normalerweise öfters mal kalt ist, wollen sie alle Wärme der Sonne auffangen und streichen dafür ihre Häuser dunkel. In Griechenland und anderen südlichen Länder dagegen wird die Hitze durch die weiße Farbe draußen gehalten. Diesen Effekt kannst du ganz einfach ausprobieren, indem du dein schwarzes T-Shirt gegen ein weißes tauscht. Es wird sich sofort ein wenig kälter anfühlen.

Im Iran fangen sie den Wind ein

Einen anderen Tipp haben die Menschen aus dem Iran für uns. In der Stadt Yazd gibt es seit vielen Jahrhunderten Türme, die den Wind auf natürliche Weise einfangen sollen. Der Wind wirkt dann wie eine natürliche Klimaanlage, ohne dass dafür Strom verbraucht wird. Der Wind wird dabei durch Kanäle in verschiedene Räume geleitet und auch über eine Leitung mit kaltem Wasser aus dem Boden. Das kühlt nochmals zusätzlich ab.

So sehen sie aus: Irans natürliche Klimaanlagen.
Foto: Imago Images / robertharding

Bis zu zehn Grad weniger sind mit den Windklimaanlagen möglich. Generell versuchen Städte – in denen sich die Hitze durch die vielen Gebäude oft besonders staut –, den Wind für eine erfrischende Abkühlung zu nutzen.

Die Chinesen machen Platz für den Wind

Die Chinesen wollen in Peking sogar ganz viele Häuser abreißen, damit der Wind ausreichend Platz hat, um wie auf einer Autobahn durch die Stadt zu fegen. Keine Hochhäuser oder andere Gebäude sollen sich dem Wind entgegenstellen, so soll die warme Luft aus der Stadt raus- und kalte reingebracht werden. So eine Windstraße nennt mann auch Korridor.

Neben Windkorridoren sind vor allem Bäume und andere Grünflächen wahnsinnig erfolgreich darin, Städte abzukühlen. Sie sind das einfachste Mittel um Städte abzukühlen. Bäume spenden nicht nur Schatten für die Menschen, sondern lassen auch die Straßen nicht so aufheizen. Dort, wo es Straßen unbedingt braucht, ist es schlau, möglichst hellen Asphalt zu nehmen, aus demselben Grund wie bei den hellen und dunklen Häusern. Den kühlenden Effekt von Wind kannst du selbst spüren. Blase einfach mal leicht über deinen Unterarm, wenn dich die Sonne wieder schwitzen lässt. (Fabian Sommavilla, 6.7.2021)