Bolsonaro

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Rio de Janeiro – Der Druck auf Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro wächst. Einem Bericht der Internetseite UOL zufolge soll das Staatsoberhaupt in einen weiteren Skandal verwickelt sein. Dabei soll es um ein System gehen, das in Brasilien "Rachadinha" genannt wird. Abgeordnete stellen dafür enge Bekannte ein, die einen Teil ihrer öffentlichen Gehälter wieder an die Politiker zurücküberweisen. UOL beruft sich bei den Anschuldigungen gegen Bolsonaro auf Aussagen von dessen Ex-Schwägerin.

Das angebliche Vergehen soll in die Zeit fallen, in der Bolsonaro noch ein Abgeordneter war. Das Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Rechtsvertreter Bolsonaros wies die Anschuldigungen laut UOL zurück.

In den Schlagzeilen

Am Freitag hatte Brasiliens Oberster Gerichtshof Ermittlungen gegen Bolsonaro zugelassen, die im Zusammenhang mit mutmaßlicher Korruption bei einem Impfstoffvertrag stehen. Laut Staatsanwaltschaft soll Bolsonaro bei der Beschaffung eines indischen Impfstoffes seine Amtspflichten verletzt haben.

Hintergrund seien Unregelmäßigkeiten bei einem 316 Millionen Dollar (267,28 Millionen Euro) umfassenden Vertrag vom Februar mit dem indischen Hersteller Bharat Biotech über 20 Millionen Dosen, in die Bolsonaro verwickelt sein soll. Ein Untersuchungsausschuss des Senats hat den Verdacht erhoben, dass der Impfstoff überteuert und dass Korruption im Spiel gewesen sei. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe setzte die Regierung den Vertrag aus. Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten. (APA, Reuters, 5.7.2021)