Die Angst vor anderen Digitalwährungen lässt deutsche Firmen auf eine baldige Entscheidung hoffen.

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Drei von vier Unternehmen haben sich einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge für die Einführung eines digitalen Euro ausgesprochen. 78 Prozent aller Firmen ab 50 Beschäftigten befürworteten in einer Erhebung einen solchen Schritt, wie Bitkom am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für die Umfrage seien 652 Unternehmen aller Branchen in Deutschland befragt worden. Ein Fünftel allerdings – rund 20 Prozent – sei gegen derartige Pläne. Die Europäische Zentralbank (EZB) wollte noch an diesem Mittwoch entscheiden, ob sie für ein entsprechendes Projekt grünes Licht geben will.

Nachzügler EU

"Andere Nationen sind bei digitalem Zentralbankgeld schon weiter und haben bereits Pilotprojekte gestartet. Wir müssen unser Tempo erhöhen, um diesen Vorsprung aufzuholen", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Europa sollte bei digitalem Zentralbankgeld eine weltweit führende Rolle anstreben." Der digitale Euro sei ein ganz zentrales Element einer digital souveränen EU. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der deutschen Bankenverbände, hatte sich erst unlängst für einen digitalen Euro starkgemacht.

Laut der Umfrage befürchten 78 Prozent der Firmen, dass sonst andere staatliche oder private Digitalwährungen zum Einsatz kommen, die europäische Werte untergraben könnten. 64 Prozent würden einen Vorteil darin sehen, dass auch bei abnehmender Bedeutung von Bargeld den Bürgern der direkte Zugang zur Zentralbank erhalten bleibe. 65 Prozent der befragten Firmen wiesen jedoch auch auf Datenschutzrisiken hin, wenn die Währungshüter tief in die Zahlungsprozesse blicken können. (Reuters, 14.7.2021)