Der Wolf hat wieder einmal schwere politische Debatten ausgelöst.

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Innsbruck – In Tirol gehen die durch Wolf und Bär verursachten Schafsrisse offenbar unvermindert weiter. Allein im Zeitraum von 2. bis 7. Juli wurde sechs Mal ein Wolf aus der italienischen Population als Verursacher für Risse nachgewiesen, teilte das Land mit. Zudem wurde zweimal ein Bär im selben Zeitraum genetisch bestätigt.

Die Wolfs-Fälle betrafen Osttirol, Westendorf im Tiroler Unterland sowie Silz im Oberland. Die toten Schafe, die Bären zum Opfer fielen, befanden sich in St. Anton am Arlberg und St. Leonhard im Pitztal. Allein in Osttirol ging man heuer bisher von rund 100 toten und vermissten Schafen aus.

Gesetzesänderung

Erst vergangene Woche hatte das Land vor Beschluss der Änderung des Tiroler Almschutz- und Jagdgesetzes für einen leichteren Abschuss von Wolf und Bär im Tiroler Landtag eine vorläufige Bilanz gezogen: Sechs verschiedene Wölfe waren zum damaligen Zeitpunkt im Bundesland nachgewiesen worden. 200 tote Schafe wurden gemeldet, "die zu einem Großteil bereits genetisch bestätigt einem großen Beutegreifer zuzuordnen sind", 100 weitere Tiere waren abgängig.

Wolf und Bär beschäftigen die Tiroler Landespolitik wegen der zahlreichen Schafsrisse jedenfalls auch heuer und sorgen für erhitzte Gemüter. Kritisiert wird vor allem von der Bauernschaft die mangelnde rechtliche Möglichkeit, die Tiere abzuschießen. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte im Zuge der Änderung des Tiroler Almschutz- und Jagdgesetzes die Einrichtung eines Fachkuratoriums angekündigt, das über den Umgang mit auffälligen Tieren entscheiden soll. Zudem soll das Almgebiet kategorisiert werden, sodass Gebiete definiert werden können, in denen Herdenschutz möglich ist. (APA, 14.7.2021)