Ein israelischer Soldat an der Grenze zum Gazastreifen.

Foto: AP / Maya Alleruzzo

Jerusalem – Israel hat als Reaktion auf Brandballons aus dem Gazastreifen Ziele in dem palästinensischen Küstengebiet bombardiert. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus palästinensischen Sicherheitskreisen erfuhr, griff die israelische Armee am Sonntag eine Freifläche im nördlichen Gazastreifen sowie eine Ausbildungsstätte für Kämpfer der radikalislamischen Hamas im südlichen Chan Junis an. Berichte über Verletzte gab es nicht. Israel äußerte sich vorerst nicht zu den Luftangriffen.

Wie die israelische Zivilverwaltung für die besetzten Gebiete (Cogat) mitteilte, wurde als Reaktion auf die Brandballons die Fischereizone vor dem Gazastreifen um die Hälfte eingeschränkt. Die israelische Feuerwehr hatte am Sonntag nach eigenen Angaben drei Buschbrände in der nahe der Grenze zum Gazastreifen gelegenen Region Eschkol gelöscht. Den Angaben zufolge waren die Feuer von Brandballons aus dem Gazastreifen ausgelöst worden.

"Konsequenzen für Gewalt"

Cogat bezeichnete die Brandballons als "Verletzung der israelischen Souveränität". Verantwortlich dafür sei die im Gazastreifen regierende Hamas. Diese werde deshalb "die Konsequenzen für die Gewalt tragen, die gegen die Bürger des Staates Israel verübt wurde".

Im Mai war es zwischen radikalen Palästinenserorganisationen im Gazastreifen und der israelischen Armee zu einer elftägigen militärischen Eskalation gekommen. Seit dem Ende der Kämpfe gab es vereinzelte Vorfälle, bei denen Palästinenser Brandballons über die Grenze nach Israel schossen. Die israelische Armee reagierte darauf mit Vergeltungsangriffen auf Hamas-Ziele. (APA, AFP, 26.7.2021)