Dominant.

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Erschöpft.

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Novak Djokovic hat am Mittwoch seinen Siegeszug bei den Olympischen Spielen fortgesetzt und ist weiter auf Kurs "Golden Slam". Der Weltranglisten-Erste fertigte den Spanier Alejandro Davidovich Fokina 6:3,6:1 ab und blieb weiter ohne Satzverlust. Nun kommt es zum Topmatch, vor allem aus Sicht der Gastgeber: Djokovic misst sich mit Kei Nishikori. Für Stefanos Tsitsipas ist der Kampf um Einzel-Gold schon vorbei. Der Grieche verlor gegen Ugo Humbert (FRA) mit 6:2,6:7(4),2:6.

Tsitsipas, der zuletzt in Roland Garros ins Endspiel vorgestoßen war, spielt nun im Mixed an der Seite von Maria Sakkari um eine Medaille. Diese hatten die Japaner eigentlich von ihrem Topstar Naomi Osaka erhofft, doch nach dem frühen Aus im Frauen-Bewerb ist Kei Nishikori die große Hoffnung. Gegen Djokovic ist Nishikori, der 2016 in Rio Bronze geholt hatte, aber krasser Außenseiter.

Hitze

Mitfavorit Daniil Medwedew kam durch einen 6:2,3:6,6:2-Erfolg über den Italiener Fabio Fognini in Tokio zwar ebenfalls weiter, aber mit sichtbaren körperlichen Problemen. Der Russe schäumte über die seiner Meinung nach unzumutbaren heiß-schwülen Wetterbedingungen.

Der 25-jährige Medwedew hatte sich eine medizinische Auszeit genommen. Als er vom Referee befragt wurde, antwortete der Russe: "Es geht mir gut. Ich kann das Match fertigspielen, aber ich könnte sterben. Wenn ich sterbe, wird die ITF die Verantwortung übernehmen?", fragte Medwedew süffisant.

Der Weltverband erlaubt bei extremem Wetter eine zehnminütige Pause zwischen dem zweiten und dritten Satz. Diese nutzte Medwedew für eine eiskalte Dusche. "Ich habe mich schon im ersten Satz nicht gut genug gefühlt beim Atmen. Im zweiten Satz ist mir immer wieder schwarz vor den Augen geworden."

Verschiebungen

Der internationale Tennis-Weltverband ITF reagierte später auf die Beschwerden nicht nur von Medwedew und stimmte zu, die Partien erst um 15.00 Uhr Ortszeit beginnen zu lassen. "Im Interesse der Gesundheit der Spieler und genauem Studium der Sachlage, hat die ITF wegen der steigenden Hitze und Luftfeuchtigkeit eine Änderung des Zeitplans angekündigt", hieß es im ITF-Statement. Zuvor hatten die Matches um 11.00 Uhr Ortszeit und damit in der größten Mittagshitze gestartet.

Keine Mühe hatte hingegen Alexander Zverev, der ohne Satzverlust mit einem 6:4,7:6(5) über den Georgier Nikolos Basilaschwili ins Viertelfinale einzog, in dem der Deutsche auf Jeremy Chardy (FRA) trifft. Medwedew bekommt es mit Pablo Carreno Busta (ESP) zu tun und trifft im Falle eines Halbfinaleinzugs entweder auf seinen russischen Landsmann Karen Chatschanow oder Tsitsipas-Bezwinger Ugo Humbert.

Rollstuhl

Bei den Damen sind bereits die Semifinalistinnen ermittelt worden. Die Ukrainerin Elina Switolina (WTA-Nr. 6), die bestgesetzte Spielerin, die noch im Bewerb verblieben ist, besiegte die Italienerin Camila Giorgi 6:4,6:4. Die Topfavoritinnen Ashleigh Barty aus Australien und Naomi Osaka aus Japan hatten sich ja wie andere gesetzte Spielerinnen früh aus dem Turnier verabschiedet.

Switolina, die kurz vor den Sommerspielen den französischen Tennisprofi Gael Monfils geheiratet hatte, trifft im Halbfinale am Donnerstag auf Marketa Vondrousova. Die Tschechin profitierte von der Aufgabe der Spanierin Paula Badosa, die wegen der von Medwedew monierten Bedingungen nicht weiterspielen konnte. Sie wurde nach einem 3:6 erschöpft im Rollstuhl vom Platz gebracht.

Das zweite Halbfinale bestreiten die Schweizerin Belinda Bencic (Nr. 9 gesetzt) und die Kasachin Jelena Rybakina. Letztere eliminierte die Nummer 7 des Turniers, Garbine Muguruza aus Spanien, mit 7:5,6:1. Bencic besiegte French-Open-Finalistin Anastasija Pawljutschenkowa (ROC-13) mit 6:0,3:6,6:3. (APA, 28.7.2021)