Impfpflicht bei Google.

Foto: AP/Marcio Jose Sanchez

Jetzt ist der Damm gebrochen, und der Druck auf andere Unternehmen ist da. Zwei der wohl mächtigsten Konzerne holen ihre Leute erst im Oktober in die Büros zurück und verlangen einen Impfnachweis als Eintrittskarte in die Firma. Geimpft ist damit das künftige jobtauglich. Die Tech-Giganten mit extrem jungen Belegschaften überholen mit diesem Vorstoß die (Gesundheits-)Politik, die international beteuert, eine generelle Impfpflicht werde nicht kommen – höchstens für staatliche Gesundheits- und Lehreinrichtungen.

Verweigerungsdiskussionen abdrehen

Die Politik hat den aktuell einzig verfügbaren Schutz vor schweren Corona-Verläufen in die Hände der Selbstverantwortung gelegt. Das Ergebnis: Die Impfbereitschaft ist nicht berauschend, und wieder einmal sind die großen Techs globale Taktgeber, die alle anderen vor sich hertreiben und damit auch den Verweigerungsdiskussionen brachial die Luft abdrehen.

Ungeachtet aller weiterhin nötiger flankierender Schutzmaßnahmen und wohl auch nötiger Ausnahmen von der Impfpflicht aus gesundheitlichen Gründen sind nun Fakten geschaffen und klare Entscheidungsgrundlagen für die Arbeitgeberwahl errichtet. Indirekt rollt die Impfpflicht ja bereits ebenso an wie die absehbar PCR-Test-Pflicht. Dass Zwei-G-Hausordnungen angesichts der weiter zu erwartenden Mutationen auf Dauer innerbetrieblich handhabbar, gar kontrollierbar sind, ist nur eine fromme Hoffnung. (Karin Bauer, 29.7.2021)