Daumen hoch von Ryan Murphy für Jewgeni Rylow – anschließend war der US-Amerikaner weniger freundlich gestimmt.

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Tatjana Schoenmaker schwamm in 2:18,95 Minuten zum Weltrekord über 200 Meter Brust.

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Tokio – Nach seiner Niederlage im Finale über 200 m Rücken hat US-Schwimmer Ryan Murphy Dopingvorwürfe gegen den Doppel-Olympiasieger Jewgeni Rylow erhoben. "Ich schwimme in einem Rennen, das wahrscheinlich nicht sauber ist", sagte der Goldmedaillengewinner von Rio und meinte damit seinen russischen Nachfolger. Auf die Frage, ob das Finale fair gewesen sei, antwortete Murphy: "Ich habe etwa 15 Gedanken, 13 davon würden mir jede Menge Ärger einbringen."

Rylow, der zuvor bereits über 100 m triumphiert hatte, tritt wie seine 328 Landsleute in Tokio aufgrund der Sperre durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA offiziell für das Russische Olympische Komitee (ROC) an. Bei der Siegerehrung hörte er statt der russischen Hymne das Klavierkonzert Nr. 1 von Peter Tschaikowsky.

"Es frustriert mich"

"Leute, die mehr über die Situation wissen als ich, haben diese Entscheidung getroffen", sagte Murphy, der über 200 m Silber und über 100 m Bronze gewann, "es frustriert mich, aber ich muss gegen diese Gegner antreten." Er könne nicht auf höchstem Niveau für Olympia trainieren und gleichzeitig noch versuchen, "die Leute, die die Entscheidungen fällen", zu überzeugen, "dass sie die falschen Entscheidungen fällen".

Schon direkt nach dem Rennen hatte Murphy frustriert gesagt: "Ich bin gerade auf diesen wirklich starken Kerl aus Russland oder vom Russischen Olympischen Komitee, wie immer du das nennen willst, getroffen." Rylow, Weltmeister von 2019, reagierte "überrascht" auf die "seltsame Unterstellung". Später in der Pressekonferenz betonte der Olympiadritte von Rio: "Ich bin immer sauber gewesen. Ich wurde immer getestet. Ich bin für sauberen Sport. Ich habe mein ganzes Leben dem Sport gewidmet."

Schoenmaker mit Weltrekord

Positive Schlagzeilen gab es auch noch: Bei den Frauen fiel der Weltrekord über 200 Meter Brust. Die Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker holte Gold in 2:18,95 Minuten und unterbot damit die bisherige Bestmarke der Dänin Rikke Moeller Pedersen aus 2013 um 0,16 Sekunden. Bereits in Vorlauf und Semifinale kam sie knapp an diese Zeit heran. Das US-Duo Lilly King und Annie Lazor holte Silber und Bronze.

Die Australierin Cate Campbell holte Gold über 100 m Kraul. Wang Shun hat China im Kampf um die Führung in der Medaillenwertung mit Gold über 200 m Lagen der Männer geholfen. (sid, APA, 30.7.2021)